Aus dem Blickwinkel der Fremdheit: Deutsch lehren lernen

Wer Nicht-Muttersprachlern Deutsch beibringen will, steht vor Herausforderungen, die weit über die Vermittlung von Wortschatz und Grammatik hinausgehen. Der im Herbst startende Uni-Lehrgang „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache“ bereitet auf die vielfältigen Anforderungen des Unterrichtens vor und ist eine ideale Voraussetzung für eine Lehrtätigkeit im In- und Ausland.
Im Herbst startet der Uni-Lehrgang „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache“ an der Universität Innsbruck.
Bild: Im Herbst startet der Uni-Lehrgang „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache“ an der Universität Innsbruck.

Angesichts der wachsenden Zahlen an Migrantinnen und Migranten und der zunehmenden Bedeutung von Mehrsprachigkeit steigt nicht nur die Nachfrage nach Lehrenden im Bereich Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache (DaF/DaZ), sondern auch deren Verantwortung: Rechtliche Vorgaben im Fremdenrecht, Vertrautheit mit Prozessen von Migration und Integration, Kenntnisse über Anforderungen des Arbeitsmarktes, kulturelle und sozialpädagogische Sensibilität zählen ebenso zum Anforderungsprofil von Lehrenden wie die Vertrautheit mit zielgruppenorientierter Sprachdidaktik. „Lehrbeauftragte mit langjähriger Erfahrung vermitteln das nötige Praxiswissen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren aber auch von den aktuellen Ergebnissen universitärer Forschung“, betont Lehrgangsleiter Univ.-Prof. Wolfgang Hackl vom Institut für Germanistik. Der neue Universitätslehrgang leiste damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Professionalisierung des DaF/DaZ-Unterrichts, erklärt Hackl weiter.

 

Lebenslanges Lernen fördern

Der DaF/DaZ-Unterricht vermittelt die Deutsche Sprache und die Kultur der deutschsprachigen Länder aus dem Blickwinkel der Fremdheit. Ziel des Lehrgangs ist die bestmögliche Vorbereitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Unterrichten an Schulen, Fachhochschulen, Universitäten und Erwachsenenbildungseinrichtungen. Einen Schwerpunkt im Lehrplan bilden Methoden und Prozesse des Lehrens und Lernens in einem multikulturellen und mehrsprachigen Umfeld. „Nach einem oder auch nach zwei oder drei Deutschkursen beherrscht kaum jemand die deutsche Sprache. Das Kennenlernen und Aneignen von Lernstrategien ist für Sprachlernende besonders wichtig und nimmt daher im DaF/DaZ-Unterricht einen hohen Stellenwert ein “, begründet Hackl die Schwerpunktsetzung, die die Förderung von autonomem und lebenslangem Lernen zum Ziel hat. Die Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs erwerben fachliche und soziale Kompetenzen aus den Bereichen: Methodik und Didaktik des Fremd- und Zweitsprachenunterrichts, Spracherwerb, Lernpsychologie, Germanistische Linguistik, Literaturdidaktik, Interkulturalität, Fremdheit und Migration. Auch Softskills wie Präsentations- und Moderationstechniken sind Teil der Ausbildung.

 

Fakten und Voraussetzungen

Der im Wintersemester 2009/2010 beginnende Universitätslehrgang ist an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät beheimatet, dauert zwei Semester und kostet 3.250,- Euro. Er richtet sich an Absolventinnen und Absolventen eines Philologischen Studiums, HauptschullehrerInnen mit Lehrbefugnis in den Fächern Deutsch oder einer Fremdsprache sowie an Personen mit einschlägiger Unterrichtserfahrung im Bereich DaF/DaZ, die eine allgemeine Universitätsreife haben. Nach positivem Abschluss des Lehrgangs erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bezeichnung Akademischer Experte/Akademische Expertin für Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache.

Weitere Informationen sind auf der Website des Lehrgangs zu finden.

 

(ef)