Das etwas andere Baumhaus

Innsbrucker Architektur-Studierende im zweiten Semester hatten die Möglichkeit ein besonders praxisnahes Projekt zu realisieren: Für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren bauten sie in der Baumgartenstraße 14 in Dornbirn ein Baumhaus der besonderen Art.
In der Baumgartenstraße 14 errichteten Innsbrucker Architektur-Studierende ein Baumhaus der besonderen Art.
Bild: In der Baumgartenstraße 14 errichteten Innsbrucker Architektur-Studierende ein Baumhaus der besonderen Art

Der Entwurf zum Baumhaus entstand im Seminar Entwerfen im Sommersemester 2007 im Rahmen des Semesterüberthemas „Cyberbaroque“, das eine poetisch ornamentierte, digitale Angehensweise in Anlehnung an barocke Ausdrucksformen und Inhalte möglich machen sollte.

Da der Entwurf nicht nur geplant sondern auch verwirklicht werden sollte, fand sich in der Baumgartenstraße 14 in Dornbirn rasch der perfekte Standort: ein dichter Birnbaum. „Die Bau- und BaumherrInnen waren Kinder zwischen fünf und zehn Jahren, die in dieser Straße wohnen“, erklärt DI Valentine Troi vom Institut für experimentelle architektur.hochbau, die die Studierenden gemeinsam mit dem Lehrveranstaltungsleiter Prof. Marjan Colletti begleitete. Weitere Mitglieder des unterstützenden Projektteams waren DI Ursula Ender  und Tutor Daniel Brecher.

 

Vom Entwurf bis zur Umsetzung

Neben der Gestaltung eines individuellen Vorentwurfs erarbeiteten die ArchitekturstudentInnen gemeinsam die Entwurfsplanung und waren bis zur schlussendlichen Umsetzung für das Gesamtprojekt verantwortlich. „Das Projekt hat den Studierenden ermöglicht, experimentelle Architektur nicht nur zu denken, sondern diese auch mit allen konstruktiven Ansätzen, Firmenbesprechungen und montagetechnischen Überlegungen tatsächlich zu realisieren“, beschreibt Prof. Marjan Colletti.

 

Die StudentInnen gingen bei der Umsetzung ihres Entwurfs so vor, dass sie den Baum nach einer Besichtigung digital modellierten, um den maximal zu bebauenden Raum zu definieren. Daraus ergab sich dann auch die Form des etwas anderen Baumhauses. Die Umsetzung erfolgte in Form einer Tragstruktur aus Betonschalungsplatten das von einem transluzenten Hüllkleid aus mit Glasfaser verstärktem Kunststoff umgeben ist. Im Inneren des Baumhauses findet man plastisch verformbare Sitzbälle in unterschiedlichen Größen, die den neuen BaumherrInnen genügend Platz bieten. „Unser Baumhaus wurde von den neuen BesitzerInnen begeistert angenommen und ist zum fixen Bestandteil der Baumgartenstraße geworden“, freut sich Lehrveranstaltungsleiter Colletti.

(sr)