Universitätslehrgang für Arbeit und Nachhaltigkeit abgeschlossen

Am 14. November wurden den Absolventen des zweisprachigen Universitätslehrgangs für Arbeit und Nachhaltigkeit in Innsbruck die Abschlusszertifikate überreicht. Insgesamt haben neun Südtiroler die Bezeichnung „akademischer Sozialwirt“ erhalten. Ziel des Universitätslehrgangs war es, Impulse für eine verstärkte soziale Nachhaltigkeit zu setzen.
Dekan Stephan Laske und Vizerektorin Margret Friedrich mit den Absolventen und VertreterInnen der beteiligten Träger des Lehrgangs.
Bild: Dekan Stephan Laske und Vizerektorin Margret Friedrich mit den Absolventen und VertreterInnen der beteiligten Träger des Lehrgangs.

Die Balance zwischen Arbeit und Leben und die Rolle von sozialem Kapital und Vertrauensbeziehungen für sozial und ökologisch nachhaltige Regionalentwicklung sind gesellschaftliche Entwicklungen, die jeden einzelnen betreffen. Auch die Veränderungen der Arbeitswelt sowie das an Bedeutung gewinnende Konzept der Flexicurity zeigen den Wandel in der Gesellschaft.  Um hier einen Impuls für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung zu setzen, wurde vom Amt für Weiterbildung der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol in Kooperation mit der Universität Innsbruck, der Fakultät für Betriebswirtschaft, dem Tiroler Bildungsinstitut Grillhof und dem Arbeitsförderungsinstitut der Universitätslehrgang für Arbeit und Nachhaltigkeit eingeführt.

 

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Universitätslehrgangs waren

  • die deutlich sichtbaren Änderungen in der Arbeitswelt,
  • die Auswirkungen der globalisierten Wirtschaft auf kleinere Regionen und
  • die nachhaltigen Entwicklungskonzepte vor Ort.

 

Ein Merkmal des Universitätslehrgangs war seine zweisprachige Ausrichtung.  Es zeigte sich, dass durch die Verpflichtung deutsch- und italienischsprachiger ReferentInnen der besonderen Südtiroler Situation Rechnung getragen wurde. Die Universität Innsbruck hat das zweisprachige Konzept von Anfang an mitgetragen und damit deutlich gemacht, dass sie ein Partner im Bereich der höheren Weiterbildung für Südtirol ist.

 

Voneinander lernen

 

Entscheidend zum Erfolg des Lehrgangs beigetragen haben die Erfahrungen der Teilnehmenden. Sie waren nicht „passive“ Beteiligte, sondern haben aktiv zum Wissensstand beitragen und ihre vielfältigen Erfahrungen eingebracht. Dabei ist deutlich geworden, dass eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ökologische, wirtschaftliche und soziale Zielsetzungen in gleichberechtigter Weise berücksichtigen muss – ein Aspekt, der den Universitätslehrgang auszeichnete. Dokumentiert haben die Absolventen ihr Wissen in umfangreichen Abschlussarbeiten, die von der Entwicklung auf regionaler Ebene über Fragen der Qualität der Erwerbs- und der Pflegearbeit bis hin zu Untersuchungen über die Rolle und Perspektiven von Menschen in Interessenorganisationen reichen.

 

Die Absolventen stammen aus den Gewerkschaften und Sozialverbänden. Daher wurde eine hohe Aufmerksamkeit wurde den sozialen Kompetenzen der TeilnehmerInnen gewidmet: Gerade Menschen, die in Interessensorganisationen tätig sind, müssen sich immer wieder weiterbilden. Nicht nur inhaltlich, sondern auch ihre Fähigkeiten, aus neuen Entwicklungen Schlussfolgerungen zu ziehen: Soziale Interessen müssen ständig aktualisiert werden, sollen in Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Sozialwissenschaften über Arbeit, sozialstaatliche Absicherung und nachhaltige Regionalentwicklung überdacht und formuliert werden. Ökonomische und politische Wissenschaften machen es immer deutlicher, dass so anspruchsvolle Zielsetzungen wie ein ökologisch und sozial verträgliches Wirtschaften auf die aktive Beteiligung der gesellschaftlichen Akteure Gewerkschaften, Sozialverbände, Arbeitgeber und Politik angewiesen sind.

 

Wenn die TeilnehmerInnen und Absolventen des Universitätslehrgangs für Arbeit und Nachhaltigkeit ihren Beitrag zu einem sozial nachhaltigeren Südtirol leisten, hat der Lehrgang seine wichtigste Zielsetzung erreicht. Der Lehrgang konnte dank der Kooperation zwischen den Partnern durchgeführt werden und wurde vom Europäischen Sozialfonds der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol und Eigenbeiträgen der TeilnehmerInnen finanziert.