Ehemaliger Bundesfinanzminister ist neuer Gastprofessor

Am 18. Oktober 2007 trat Ex-Finanzminister Dipl.Kfm. Ferdinand Lacina seine Gastprofessur an der UNI Innsbruck an. Seine von der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie und vom ALUMNI Service organisierte Antrittsvorlesung stellte Lacina unter den Titel „Spielräume und Zwänge in der Finanz- und Wirtschaftspolitik“.
Am 18. Oktober 2007 trat  Ex-Finanzminister Dipl.Kfm. Ferdinand Lacina seine Gastprofessur an der UNI Innsbruck an.
Bild: Am 18. Oktober 2007 trat Ex-Finanzminister Dipl.Kfm. Ferdinand Lacina seine Gastprofessur an der UNI Innsbruck an.
Lacina interessiert

Ein Semester lang wird Lacina im Rahmen des Programms „Politiker in Residence“ an der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie lehren und den Innsbrucker StudentInnen sein breites theoretisches und vor allem praktisches Wissen über die österreichische Finanz- und Budgetpolitik angedeihen lassen. Was der ehemalige Bundesminister für Finanzen zu sagen hat, interessiert definitiv. Das beweisen  nicht nur die zahlreichen Anmeldungen der Studierenden für seine Vorlesung , sondern auch die  vielen  ZuhörerInnen, die sich zur Antrittsvorlesung einfanden. Neben Rektor Dr. Karlheinz Töchterle und dem Dekan der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie, Dr. Fritz Plasser,  war auch  allerlei Prominenz aus Politik und Wirtschaft zugegen.

 

Neue Spielräume und Zwänge

Lacina ließ  40 Jahre Finanz- und Wirtschaftspolitik revue passieren und erörterte die Möglichkeiten und Grenzen  eben dieser  im Kontext  von Liberalisierung,  Privatisierung ,  Globalisierung und Europäischer Integration. Lacina beleuchtete in seinem Diskurs wichtige politische Ereignisse und deren Tragweite,  wie die Ölkrise der 70er, als plötzlich neue Begriffe wie Nachhaltigkeit zum Motto wurden und Diskussionen über den schlanken Staat einsetzten oder Österreichs Beitritt zur EU. Wie hat der österreichische Staat auf all diese Entwicklungen reagiert ?  Und wie hat sich die Abgaben und Steuerpolitik entwickelt ?  „Ist es so, dass der Einfluss der Politik hinter dem der Wirtschaft zurückbleibt?“, wandte sich Lacina an sein Publikum.

Viele Spielräume für Finanz- und Wirtschaftspolitik sind in den letzten Jahrzehnten durch supranationale Vorgaben und wettbewerbsbedingte Sachzwänge deutlich enger geworden, andere neue haben sich dafür eröffnet.  Die Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft in Richtung Osteuropa, bedeutet  beispielsweise solch ein neues politisches Spielfeld. Es sei außerordentlich wichtig und richtig  gewesen,dass Österreich die Möglichkeiten der Mitbestimmung durch seinen EU- Beitritt wahrgenommen und die Spielräume der nationalen Politik so erweitert habe, meinte Lacina in diesem Zusammenhang.

 

Beliebter Finanzminister und Lektor

Dr. Erika Thurner, die Lacina seinem Publikum vorstellte, betonte, dass Lacina in seiner Amtszeit die Finanzpolitik auch in engen Spielräumen  perfekt beherrscht habe. Außerdem sei er nicht nur als hochrangiger Fachmann, sondern zudem als Lektor äußerst gefragt. Auch für Dr. Fritz Plasser liegt der Grund des großen Ansturms auf die Vorlesung, die Lacina in diesem Semester halten wird, in erster Linie in der Person Lacinas, und erst dann im Thema der Lehrveranstaltung.  Dr. Karlheinz Töchterle, der die Grußworte der Universität überbrachte, freute sich, Lacina als neuen Gastprofessor willkommen heißen zu dürfen. Der Philologe verstand es in seiner Begrrüßung , einen geschickten Bogen vom Thema der Finanzen über den Spruch „Money makes the world go round“  hin zur Ethymologie des lateinischen Wortes „monere“ zu spannen. Mit der Erkenntnis ,dass der Reiz des Geldes auch immer mit der Mahnung verbunden sei, klug damit umzugehen, schloss er seine Rede und gab die Bühne für Lacina frei.