CHE-Hochschulranking 2007

Seit 1998 beteiligen sich 280 Universitäten am CHE-Hochschulranking. Die Universität Innsbruck erreicht im diesjährigen Ranking Platzierungen sowohl im Spitzenfeld als auch auf den hinteren Positionen.
Hauptgebäude der Universität  Innsbruck
Bild: Hauptgebäude der Universität Innsbruck

Beurteilt werden Lehre und Forschung mittels der Meinung von Studierenden und Lehrenden. Darüber hinaus wurden spezielle Leistungsdaten im Bereich Drittmittel und Forschung verglichen.

 

Eingeladen zur anonymen Erhebung wurden in Österreich 16.400 Studierende – ca. 1.800 Studierende beteiligten sich, wovon über 200 die Universität Innsbruck besuchen. Eine Auswertung der Studierendenurteile erfolgte erstmals für Österreich ab einem absoluten Rücklauf von mindestens 30 Antwortpersonen. Das bedeutet für die Uni Innsbruck, dass aus den acht Fachbereichen Anglistik/Amerikanistik, Architektur, Germanistik, Geschichte, Romanistik, Bauingenieurwesen, Psychologie und Erziehungswissenschaften, nur die letzten drei diese Rücklaufquote erreichten. Anhand von Fakten (z.B. Drittmittel und Promotionen) und bibliometrischen Analysen konnte aber die Forschungsleistung aller Fachbereiche ermittelt werden.

 

„Die ausgewerteten Ergebnisse der Studien Bauingenieurwesen, Erziehungswissenschaften und Psychologie zeigen, in welchen Bereichen die Universität und die Bundespolitik noch mehr Initiativen setzen müssen, um die Studiensituation zu verbessern“, so Prof. Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Universität Innsbruck. Trotz des relativ geringen Rücklaufs bei der Studierendenbefragung (Bauingenieurwesen 34, Erziehungswissenschaften 42, Psychologie 47) sind die gewonnenen Informationen hilfreich. Alle Resultate der Befragungen werden vom Rektorat der Universität Innsbruck als Chance gesehen. „Wir sind Suchende und Optimierende und stehen Kritik offen gegenüber“, sagt Rektor Manfried Gantner. Die Befragung zeigt aber auch, dass Universitätsrankings kaum eine Rolle für die Wahl der Hochschule bei Studierenden spielen.
 

Die Forschungsuniversität Innsbruck punktet bei den Promotionen

Ausgezeichnete Ergebnisse erzielt die Uni Innsbruck im Bereich der Promotionen. „Hier erreichen sechs der acht einbezogenen Fächer im internationalen Vergleich die Spitzenposition“, freut sich Friedrich. Bei den Doktoratsstudien verfolgt die Uni Innsbruck weiterhin einen sehr ambitionierten Weg. Schon jetzt werden DoktorandInnen im Rahmen spezieller Nachwuchsförderungen unterstützt, z.B. werden jedes Studienjahr 100 Stipendien für junge DoktorandInnen vergeben. Die Forschungsuniversität Innsbruck will die Qualität und Quantität der Ausbildung von JungforscherInnen konsequent weiter steigern. 

 

Zusätzliche Professuren werden geschaffen

Um die Studiensituation an der Psychologie – die an allen österreichischen Universitäten besonders kritisch beurteilt wurde – zu verbessern, werden an der Universität Innsbruck im Laufe der Jahre 2007 und 2008 drei zusätzliche Professuren besetzt. Für die Bauingenieure können im laufenden Jahr vier und 2008 fünf weitere Professuren eingerichtet werden, bei den Bildungswissenschaften zwei Professuren.

Auch im Bereich der Infrastruktur wird bereits an Verbesserungen gearbeitet, und die gemeinsamen Anstrengungen mit der Bundespolitik tragen erste sehr erfreuliche Früchte. Zum Beispiel setzt das Bauprojekt UBIneu einen neuen Maßstab in Qualität, Quantität und sozialer Begegnung.

 

Neues Konzept der Lehrveranstaltungsevaluierung geschaffen

„Die Einschätzung der Studierenden ist ein wesentliches Feedback zur Qualität der Lehre“, betont Vizerektorin Margret Friedrich. Daher hat die Uni Innsbruck gemeinsam mit den Studierenden-VertreterInnen ein neues Konzept zur Evaluierung ausgearbeitet, das ab dem Wintersemester 2007/08 eingesetzt werden soll. Dieses Instrument bringt deutliche und sehr konkrete Ergebnisse über die Qualität der angebotenen Lehrveranstaltungen und ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in der Lehre.

 

Forschungsleistungen werden anerkannt

Die neu eingerichteten Forschungsschwerpunkte tragen zum weiteren Ausbau der Forschungsexzellenz bei. Hier wurden in den letzten zwei Jahren deutliche Anstiege in den Bereichen Publikationen und Drittmitteleinwerbung erzielt. Für die nächsten Jahre werden hier signifikant verbesserte Positionen bzw. weitere Spitzenpositionen erwartet. Dass bereits jetzt ausgezeichnete Ergebnisse erreicht werden, zeigt die Germanistik der Uni Innsbruck. Sie liegt im Bereich der Drittmitteleinwerbung mit großem Abstand vor den anderen Universitäten.

 

Neue Studien mit starkem Praxisbezug

Mit der Umsetzung der Bologna-Deklaration werden die Studienpläne noch mehr auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt ausgerichtet. Bereits jetzt gibt es in allen Studienrichtungen Initiativen, die den Berufsfeldbezug gewährleisten. So z.B. im Bauingenieurwesen: Zahlreiche Diplomarbeiten werden in Zusammenarbeit mit der Praxis vergeben, Praktika werden als Wahlfach angerechnet. Die gegen Ende des Studiums deutlich werdende schwierige Arbeitsmarktsituation für AbsolventInnen der Erziehungswissenschaften und Psychologie trägt sicher zur kritischen Beurteilung der Studien im Rahmen des Rankings bei. „Für die Schwierigkeit, in den Berufsfeldern der überbelegten Massenstudien nach Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz zu finden, ist aber nicht die Ausbildung verantwortlich zu machen“, hält Friedrich fest.