Lehrende absolvierten Seminar “Test Development”

Für die neuen Studienpläne der Philologisch-Kulturwissen­schaftl. Fakultät wird die curriculare Sprachausbildung an die Anforderungen des Gemein­samen Europäischen Referenz­rahmens für Sprachen ange­glichen. Zu diesem Zweck wurden von Dekan Hans Moser Lehrende aus 4 Instituten in das Bildungshaus St Michael ent­sandt, um sich in die Beson­derheiten des Testens einweisen zu lassen.
Test_Development
Bild: Die TeilnehmerInnen: v.l.: Carol Spöttl, Alfonso Merello-Astigarraga, Gerhard Pisek, Susanne Costa-Krivdić, Rita Green, Christine Vögel, Saverio Carpentieri, Carla Leidlmair-Festi, Marianne Toesca, Catherine Lederbauer, Juan-Jose Rodriguez-Rosado, Hans Oberhofer, Janice Schiestl.
Engagierte und motivierende Instruktorin im Bereich Language Testing

Frau Dr. Rita Green ist verantwortlich für LTL (Language Testing at Lancaster) und arbeitet seit Jahren in verschiedenen Ländern (u.a. Deutschland, Rumänien, Usbekistan) als Fortbildnerin in den Bereichen Test Construction und Test Development. Ziel des Seminars „Test Development“, an dem insgesamt 14 Lehrende aus vier Instituten (Anglistik, Romanistik, Slawistik, Translationswissenschaft) teilnahmen, war es, neue Testformate für einen handlungsorientierten und kommunikativen Sprachunterricht kennen zu lernen und für die Fertigkeiten „Schreiben“ und „Lesen“ Testspezifikationen zu erstellen. Dieses Seminar war die Fortsetzung einer zweitägigen Veranstaltung im November 2006, die dem Thema „Principles of Language Testing: Validity, Reliability and Practicality“ gewidmet war.

Diese Veranstaltung war die fünfte in einer Fortbildungsreihe der Fakultät. Für die Organisation des Seminars waren Carol Spöttl, M.A. (Anglistik) und Mag. Dr. Wolfgang Stadler (Slawistik) verantwortlich. Unterstützt wurden sie von Margit Sailer-Oberger, Mitarbeiterin im Büro des Dekans.

 

Testspezifikationen für die Fertigkeiten Lesen und Schreiben sowie für Lexik und Grammatik (B2)

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GERS) unterscheidet sechs Niveaustufen (A1–C2) in der Beherrschung einer Fremdsprache, die in einer deskriptiven Globalskala in Form von „Kann-Bestimmungen“ zusammengefasst sind. Will man die Fertigkeiten bzw. Kompetenzen in einer Sprache auf einer bestimmten Niveaustufe testen, so sind dafür Testspezifikationen zu entwickeln, die am besten von den Lehrenden gemeinsam ausgearbeitet werden, um ein klares Einverständnis in den Anforderungen an die Studierenden zu erzielen. Nachdem bereits in der letzten Fortbildungs­veranstaltung mit Dr. Rita Green Testspezifikationen für die Fertigkeit „Lesen“ (Niveaustufe C1) exemplarisch erarbeitet wurden, konnte die Arbeit nun zügig fortgesetzt werden: die Teilnehmer/innen widmeten sich mit gezielter Unterstützung der Seminarleiterin einer produktiven („Schreiben“) und einer rezeptiven Fertigkeit („Lesen“) sowie dem Testen von Lexik und Grammatik auf Niveaustufe B2. Dieses Niveau eines selbstständigen Sprach­verwenders ist für jede Fremdsprache relevant: in Englisch ist es das Eingangsniveau der Studierenden; an der Slawistik ist es das Abgangsniveau der Studierenden in der Sprache Russisch im Bachelorstudium.

Die TeilnehmerInnen lernten, wie sorgfältig und genau die Anforderungen bei Tests überlegt werden müssen, um sowohl den Anforderungen des GERS und den gemeinsam erstellten Spezifikationen sowie den Besonderheiten jeder einzelnen Sprache gerecht zu werden. Dafür nahmen sie auch bereitwillig die Ausarbeitung  von Hausübungen in Kauf, die in der Freizeit zu erledigen waren.

 

Transparentes, kriterienorientiertes und vergleichbares Testen in der Zukunft

Das Ziel des Seminars war es, die universitäre Sprachausbildung für die Zukunft qualitativ abzusichern. Dies bedeutet für Lehrende nicht nur innovative Lehr- und Lernformen, moderne Unterrichtstechniken und die Theorien des Fremdspracherwerbs zu kennen, sondern sich auch der schwierigen und verantwortungsvollen Aufgabe bewusst zu sein, Tests zu erstellen, die den Prinzipien Validität, Reliabilität und Praktikabilität gerecht werden. Schließlich sollen die Ergebnisse der Tests eindeutig messbar, international vergleichbar und an eindeutigen Kriterien orientiert sein.

Die Teilnehmer/innen waren sich nach fünf Tagen intensiven, sprachenübergreifenden Arbeitens und Diskutierens einig, Testspezifikationen entwickeln und bei der Erstellung von Testaufgaben berücksichtigen zu können.

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