Kombination der besonderen Art: Plakate vermitteln psychologische Botschaft

Studierende des ersten Studienabschnittes der Studienrichtung Psychologie gestalteten im Rahmen der Vertiefungslehrveranstaltung „Anwendungen von Emotions- und Motivationstheorien“ im Sommersemester 2006 Plakate, die neugierig machen sollen auf psychologische Themen.
Psychologie und bildende Kunst
Bild: Ausschnitt des Plakats "Psychologie und bildende Kunst"

„Entwerfen Sie bitte ein Plakat zu einem vorgegebenen Thema aus der angewandten Emotions- oder Motivationspsychologie. Dieses Plakat soll auch für Personen, die sich bisher wenig mit psychologischen Fragen beschäftigt haben, interessant und informativ sein und neugierig machen.“, so lautete die Aufgabenstellung der Lehrveranstaltungsleiterin Dr. Annemarie Rettenwander.

Die Idee zu diesen Plakaten entstand aus der Überlegung heraus, dass die Beschäftigung mit der kreativen Umsetzung und Aufbereitung von Inhalten zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit diesen Inhalten führt und daher das Lernen begünstigt. Das Erstellen der Plakate war eine von vier Aufgabenstellungen, – neben der Durchführung einer Literaturrecherche, dem Verfassen einer umfangreichen Semesterarbeit und der Gestaltung eines Kurzvortrages – welche die Studierenden in themenspezifischen Arbeitsgruppen zu lösen hatten.

 

Motivation durch Kreativität

An der Lehrveranstaltung und den zugehörigen Übungen nahmen insgesamt 80 Studierende teil. Es gab themenspezifische Arbeitsgruppen. Die Lehrveranstaltungsleiterin Dr. Rettenwander zeigt sich sehr erfreut über die gelungene Arbeit: „Die Ergebnisse zeigen, dass auch in einem Massenstudium, wie es die Psychologie derzeit ist, kreative Arbeit möglich ist. Es freut mich, dass wir so begabte und engagierte Studierende haben.“ Entstanden sind im Rahmen der Lehrveranstaltung 10 individuelle Plakate zu den Themen:

  • „Flow – Erleben im Beruf“
  • „Adipositas und Binge-Eating-Disorder“
  • „Psychologie und bildende Kunst – Kunstpsychologie“
  • „Stress“
  • „Burnout“
  • „Angst“
  • „Sport und Motivation“
  • „Jugendliche und Extremsport“
  • „Essen und Emotionen – Anorexie und Bulimie“
  • „Musik und Emotion – Musiktherapie“

 

„Ich war dankbar, dass wir einmal eine kreative sowie eine – für das spätere Berufsleben – sehr nützliche Arbeit aufbekommen haben. Ich habe einfach den Eindruck, dass die spürbaren Bemühungen und das Engagement seitens Frau Rettenwander meine Motivation sehr bestärkt haben.“, freut sich die Studentin Julia Sperger, die unter anderem mit ihrer Kollegin Katharina Margreiter ein Plakat zum Thema „Flow“ gestaltet hat. „Mit unserem Plakat wollen wir Personalchefs ansprechen und ihnen näher bringen wie sie über das Konzept des ‚Flow’ ihre Mitarbeiter besser motivieren können“, erklärt Frau Margreiter die Hintergründe zum entstandenen Plakat.

 

Inspiration durch Emotion

Die Studierenden Cornelia Gapp und Florian Feiner haben sich in dem vergangenen Semester dem Thema „Adipositas und Binge-Eating-Disorder“ zugewandt. Um Personen, die sich ihr Plakat ansehen, zum Nachdenken zu bringen, wählten sie die provokante Überschrift: „Diäten machen dick!“. Der Jojo-Effekt nach einer Diät wird in den Augen der Studierenden viel zu oft „unter den Teppich gekehrt“. Feiner und Gapp wurden nicht zuletzt von der amerikanischen Schriftstellerin Rita Mae Brown inspiriert, die zu dem Thema passend, einen sehr treffenden Satz formuliert hatte: „Der Lohn für Anpassung ist, dass alle dich mögen außer dir selbst.“

Der Schwerpunkt der Arbeitsgruppe, die das Thema „Psychologie und bildende Kunst – Kunstpsychologie“ bearbeitete, lag nahe liegend in der farblichen Gestaltung. „Die drei in den Primärfarben gehaltenen Bilder drücken dadurch Emotionen aus. Um den Bildern die nötige Wirkung zu verleihen ließen wir den Plakathintergrund völlig schwarz.“, erklärt die Psychologiestudentin Eva Huber.

 

PsychologiestudentInnen arbeiteten mit Graphik – Software

Die Lehrveranstaltungsleiterin Dr. Annemarie Rettenwander ist ausgebildete Glasmalerin und hat einige Jahre als Gebrauchsgraphikerin gearbeitet. Daher konnte – unterstützt von der Tutorin Elke Kalser – den angehenden PsychologInnen eine Einschulung in das zur Plakatgestaltung verwendete Graphik-Programm gegeben werden.