Vom Widerstand gegen den Transit bis zu neuen, leistungsfähigen Holzverbindungen

Zur Unterstützung der Doktoratsstudien an der LFU werden im laufenden Studienjahr 100 Doktoratsstipendien der „Nachwuchsförderung der Leopold-Franzens-Universität 2005/06“ vergeben. 25 DoktorandInnen aus 12 der 15 Fakultäten der Innsbrucker Stammuniversität wurde letzte Woche ihre Stipendiumsurkunde überreicht.
Mag. Christina Dander ist eine von 25 DoktorandInnen, denen ein Doktoratsstipendium zuerkannt wurde.
Bild: Mag. Christina Dander ist eine von 25 DoktorandInnen, denen ein Doktoratsstipendium zuerkannt wurde.

„Unsere Universität versteht sich als Wissenskraftwerk, das Erkenntnis nicht nur bewahrt, sondern aktiv mehrt. Wir sehen unsere Studierenden dabei als wichtige MitproduzentInnen an. Sie stellen die Basis des wissenschaftlichen Nachwuchses dar. Durch interne Umschichtungen ist es uns gelungen, über eine Million Euro zur Förderung von NachwuchswissenschafterInnen freizumachen. So können wir einen weiteren wichtigen Schritt zur essentiellen Nachwuchsförderung setzen“, führte Rektor Gantner aus. Die verstärkte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist – in Übereinstimmung mit den Bestrebungen der österreichischen und europäischen Wissenschafts- und Bildungspolitik – ein wesentliches Anliegen der LFU.

 

Ziviler Widerstand gegen den Transit

 

Unter den StipendiatInnen sind auch Mag. Christina Dander und Dipl.-Ing. Astrid Metzler. Mag. Dander widmet sich in ihrer Dissertation den rechtlichen Möglichkeiten des zivilen Widerstands gegen den Transitverkehr. Schwerpunkt dieser Arbeit wird die Darstellung von europarechtlichen und nationalen Rahmenbedingungen sein, welche der/dem Einzelne/-n den Widerstand gegen den Transitverkehr gewährleisten. Weiters wird aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten des zivilen Widerstands bereits ausgeschöpft wurden und jene, deren man sich noch nicht bzw. nicht zur Gänze bediente. Abschließend wird Mag. Dander erarbeiten, welche Resonanzen sich daraus ergaben oder ergeben können.

 

Holz hat Potenzial

 

Zimmermannsmäßige Holzverbindungen bieten neben einer langen Tradition auch zahlreiche Vorteile u.a. wie erhöhte Wertschöpfung, einfache und schnelle Montage sowie Kosten und Zeitersparnis durch Verzicht auf Stahl. Dank mittlerweile computergesteuerter Abbundanlagen werden sie in der Werkstatt ohne großen Aufwand passgenau gefertigt. Allerdings beruht deren Dimensionierung auf empirischen Werten, weshalb (mit Ausnahme der Zapfen und Versätze) kein Bemessungsverfahren in der Normung existiert. Mithilfe der Bruchmechanik will Dipl.-Ing. Metzler ein Modell zur Beschreibung der komplexen Spannungszustände im anisotropen, hygroskopischen Werkstoff Holz ausarbeiten. Mit Versuchsreihen wird das entwickelte Modell verifiziert, optimiert und kalibriert.

 

Prinzip des Gebens und Nehmens

 

Mit den Doktoratsstipendien werden die DoktorandInnen mit Monatsraten von jeweils 605 Euro finanziell unterstützt. „Über die Vergabe eines Stipendiums entscheiden die Qualität der Diplomarbeit, die Benotung der Diplomprüfung, die Qualität des Dissertationsplanes sowie die Empfehlung durch die/den BetreuerIn der DissertantInnen“, erklärte Prof. Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung. Vorweg ist ein Stipendium auf 12 Monate ausgelegt, bei herausragendem Dissertationsfortschritt ist eine einmalige Verlängerung um weitere 12 Monate möglich. „Die Universität unterstützt Sie finanziell mit den Stipendien, im Gegenzug bauen wir auf die exzellente Qualität Ihrer Forschungsarbeit“, unterstrich Vizerektor das Prinzip des Gebens und Nehmens hinter dieser Art der Nachwuchsförderung.

 

Damit der weibliche wissenschaftliche Nachwuchs besonders gefördert werden kann, werden ähnlich wie bei den Graduiertenstipendien mindesten 40 Prozent des zur Verfügung gestellten Betrages an Frauen vergeben. In diesem Sinne wurden 16 der 25 vergebenen Stipendien an Doktorandinnen überreicht. Für die heute vergebene dritte Tranche der Doktoratsstipendien aus der Nachwuchsförderung 2005/06 hatten sich insgesamt 43 DoktorandInnen beworben.