"Ausgelöscht. Opfer der NS-Euthanasie aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol"

Während der NS-Zeit wurden tausende Behinderte und psychisch Kranke ermordet. Die von Studierenden der Philosophisch-Historischen Fakultät im Rahmen eines dreisemestrigen Lehrveranstaltungsprojektes konzipierte Ausstellung erzählt sechs Lebensgeschichten von Menschen aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol.
Wider das Vergessen: Studierende arbeiten das Thema NS-Euthanasie auf.
Bild: Wider das Vergessen: Studierende arbeiten das Thema NS-Euthanasie auf.

Sie erzählt von ihrer Kindheit und Krankheit. Von Abtransport und Tod. Von Versuchen, Leben zu retten. Vom Überleben. Und von Menschen, die Familienmitglieder verloren haben.

"Ausgelöscht. Opfer der NS-Euthanasie aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol" war ursprünglich als der Beitrag des Instituts für Geschichte zu den Aktionstagen der "Jungen Uni 2004" gedacht. Daher richtet sich die Ausstellung vor allem an die 9 bis 14-jährigen SchülerInnen. Von Studierenden wurde versucht, das vielschichtige und sensible Thema der "NS-Euthanasie" verantwortungsvoll aufzubereiten und verständlich zu präsentieren. Eine eigene Webseite (www.zeitschatten.info) wurde mit dem Ziel erstellt, dass die Informationen von SchülerInnen gelesen und verstanden werden können. Auf dieser Webseite finden sich die Dokumentation zur Entstehung des Projektes, die Lebensgeschichten, Informationen zum historischen Hintergrund und ein Wörterbuch zu NS-Begriffen sowie ein Pressespiegel.

Bereits während der ersten Präsentation im November 2004 wurde beschlossen, die Ausstellung noch ein weiteres Mal zu zeigen. Dies geschah im März 2005 im Kunstgeschichte – Ausstellungsraum im ehemaligen Geiwi-Gebäude. Interesse an der Übernahme der Ausstellung zeigte aber auch die Freie Universität in Bozen, wo die Ausstellung im Mai 2005 zu sehen war. Zur weiteren Betreuung der Ausstellung haben sich einige Studierende (Mag. Simone Astner, Joachim Bürgschwentner, Christoph Mandl, Maria Markt, Sabine Mirrione, Birgit Ortner und Renate Waldhof) des Lehrveranstaltungsprojektes zur Projektgruppe „Zeitschatten“ zusammengeschlossen. Ihnen gelang es, eine kleine Tournee zu organisieren, so dass die Ausstellung im Juli 2005 im Gemeinderatssitzungssaal im Innsbrucker Rathaus, im November 2005 im Bundesgymnasium Feldkirch sowie ab Dezember 2005 im Württembergisches Psychiatriemuseum Zwiefalten gezeigt werden konnte. Nun ist die Ausstellung ab 23. April für einige Wochen in der Lern- und Gedenkstätte Schloss Hartheim bei Linz zu sehen.

Das Ausstellungsprojekt vereint in idealer Weise die Ansprüche eines forschende Lehrens und Lernens. Die Art, wie die Studierenden die Thematik aufbereitet haben, zeigt ihre hohe Wissens- und Sozialkompetenz und ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber einer Gesellschaft, in der nur allzu oft diese „dunkle“ Zeit beschworen und ad acta gelegt wird.

Link: www.zeitschatten.info

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