Architektur als soziales Bindeglied

Michael Edler, Architekturstudent der LFU, erreichte im internationalen Ideenwettbewerb windsCape - an ideas competition envisioning renewable energy for cape cod eine Topplatzierung unter den besten Acht. Seine Arbeit wird bis 7. März im Architects Building Boston und ab 9. März auf der NESEA (northeast sustainable energy association) conference im Seaport Hotel Boston ausgestellt.
Das Schwimmbad besteht aus zwei nautischen Transport – Barken.
Bild: Das Schwimmbad besteht aus zwei nautischen Transport – Barken.

Michael Edler entwarf die prämierte Idee in seiner Zeit als Auslandsstudent im Studio von Prof. John Maruszczak an der University of Texas at Arlington.

Cape Wind Associates hat die Entwicklung der ersten off - shore wind farm ins Auge gefasst. 130 Windturbinen in Nantucket Sound sollen 70 % von Cape Cod und der Inseln mit sauberer, erneuerbarer Energie versorgen. Die Gegner des Projekts ziehen es vor, die natürliche Schönheit des Nantucket Sund zu bewahren. Die Befürworter des Projekts proklamieren: „ it’s not the view, it’s the vision“ und behaupten, dass die ökologischen Vorteile gegenüber den Auswirkungen auf das Panorama überwiegen. Dabei stellten sich einige grundlegende Fragen, die die Herausforderung umso größer machten: Kann eine Windfarm mehr als ein bloßes Mittel zur Erzeugung von Elektrizität sein? Kann ein Raster von off – shore Windturbinen ein Park sein, ein Skulpturengarten, eine Wassersportanlage, ein touristisches Ziel, ein Forschungszentrum? Wie adressieren wir die vorgeschlagene Windfarm an unsere physische und kulturelle Landschaft?

Sozialer Rückzug als Ausgangspunkt

Die individuellen Swimming Pools einer typischen Siedlung in Cape Cod waren der Ausgangspunkt des erfolgreichen Projekts Edlers. Der backyard – Pool symbolisiert eine sich ändernde soziale Dynamik, die die Privatsphäre und einen Rückzug von breiteren gemeinschaftlichen Dialogen nachdrücklich betont.

Das Haus, das einst Raum für eine wachsende Familie bot, ist heute eine Sommer – Residenz oder ein Zweithaus für ein Paar mit doppeltem Einkommen und keinen Kindern. Derzeit wird die Diskussion reduziert auf nimby. –Not In My Backyard.  

the algea in my pocket als soziale Aufforderung

Edlers Projekt „the algea in my pocket“ bietet einen neuen slogan: Wimby. Welcome To My Backyard. Ein Set von fluoreszierenden Pools wird zu einem Platz für soziale Diskussion und Aktion. Die Pools bewegen sich täglich von der Küste zur Windfarm. Sie bieten einen saisonellen Ablaufplan mit Aktivitäten und Bildungsprogrammen an.„Die Fluoreszenz der Algen ist ein Zeichen für wimby. Die Algen nisten sich in den Badeanzügen der BesucherInnen ein und werden auf diesem Weg in die privaten Pools zurücktransportiert, sozusagen als soziale Aufforderung“, erklärt Edler seine Hintergründe.

Der Energiebedarf für Heizung und Betrieb des Pools wird durch Energie – Überschüsse der Windfarm gedeckt. Die off – shore Vorrichtung besteht aus zwei Schubleichtern (nautischen Transport – Barken). Einer davon wird als Schwimmbad benutzt, während der andere über ein Holzdeck zum Sonnenbaden verfügt. Das Unterdeck bietet sich neben Umkleide- und Sanitärräumlichkeiten verschiedenen Verwendungszwecken an. Ein transparentes Verdeck gewährleistet Baden auch bei Schlechtwetter oder tiefen Temperaturen.