Frühe Weihnachtsamnestie für Biologen und Pharmazeuten

Gestern am Abend haben sich Rektorat und Senat auf die Aussetzung der Auswahlverfahren für die Studien Biologie und Pharmazie geeinigt: „Wir wollen den Studierenden in den Bereichen, in denen es möglich ist, die Auswahlverfahren ersparen. Es wird daher eine Weihnachtsamnestie für Biologen und Pharmazeuten geben“, erklärt Rektor Manfried Gantner.
Studierende der Biologie und Pharmazie können sich über eine Weihnachtsamnestsie freuen.
Bild: Studierende der Biologie und Pharmazie können sich über eine Weihnachtsamnestsie freuen.

Wie bei den Wirtschaftswissenschaften wird das Auswahlverfahren für die beiden naturwissenschaftlichen Studienrichtungen frühzeitig eingestellt. Derzeit studieren im ersten Semester 230 HochschülerInnen Biologie (Kapazitätsbeschränkung 140) und 129 Pharmazie Kapazitätsbeschränkung 70): „In den letzten fünf Jahren haben diese Studien immer hohe Zuwachsraten verzeichnet“, so Univ.-Prof. Dr. Eva Bänninger-Huber, Vizerektorin für Lehre und Studierende. Mit dem EuGH-Urteil hat sich dieser Trend noch deutlicher in den Studierendenzahlen niedergeschlagen.

 

Mit Mehrleistungen ausgleichen

Die betroffenen Fakultätsstudienleiter, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Hofer (Fakultät für Biologie) und Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner (Fakultät für Chemie und Pharmazie), werden sich der Herausforderung durch die gestiegene HörerInnenzahl stellen. Sie werden versuchen, durch Mehrleistungen des wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Personals die Studierenden bestmöglich zu betreuen. Auch das Raummanagement an der LFU Innsbruck sei hier gefordert.

 

Mit unserem Betreuungsverhältnis nicht möglich

In der Psychologie war allerdings schon bisher das Betreuungsverhältnis angespannt. „Hier kann der Studierendenansturm vor allem aus Deutschland nicht mehr durch zusätzliche Mehrarbeit kompensiert werden, um die sehr gute Qualität des Studiums aufrecht zu erhalten. Mit unserem Betreuungsverhältnis ist das nicht möglich“, bestätigt Univ.-Prof. Dr. Barbara Juen, Fakultätsstudienleiterin für Psychologie und Sportwissenschaften. Die Studierendenzahl aus Deutschland ist in der Psychologie von 11 im Vorjahr auf 133 im Wintersemester 2005/06 angestiegen. Im Wintersemester 2005/06 haben 430 HochschülerInnen mit einem Psychologie-Studium begonnen. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 240.

 

„Wir wollen unsere Studierenden nicht de- sondern eben motivieren und sie nicht schon zu Beginn ihres Studiums zusätzlich belasten“, freut sich Bänninger-Huber über die Weihnachtsamnestie für Biologen und Pharmazeuten.

 

Heuer wurden insgesamt 3.158 HochschülerInnen zu einem Studium der LFU Innsbruck zugelassen. Im Jahr 2004 waren es 2.930. Der Österreicheranteil liegt konstant bei rund 60 Prozent. Im Wintersemester 2005/06 haben sich 2.023 HochschülerInnen aus Österreich für ein Studium in Innsbruck entschieden. Der Großteil kommt aus Tirol. Die offiziellen Studierendenzahlen werden am 12. Dezember im Detail vorgestellt.