Erster Debattierclub öffnet seine Pforten

Was für den Naturwissenschaftler die Forschung, ist für den Wirtschaftler, den Juristen und den Geisteswissenschaftler die Fähigkeit zielorientiert zu argumentieren. Diese Kommunikationsfähigkeit können Studierende ab sofort im Debattierclub „Redefreiheit“ erlernen.
Hitzige Debatten stehen auf der Tagesordnung. Fazit: Spaß ist garantiert!
Bild: Hitzige Debatten stehen auf der Tagesordnung. Fazit: Spaß ist garantiert!

Ursprünglich kommen Debattierclubs aus dem angloamerikanischen Raum. Dort sind sie längst an jeder Universität etabliert. Österreichweit gibt es nur an der Universität Wien und Salzburg Debattierclubs. Seit Anfang Oktober verfügt auch die LFU Innsbruck über den ersten Debattierclub. „Gedacht ist der Debattierclub als Arena für alle, die sich argumentativ und rhetorisch weiterbilden wollen. Es gibt auch die Möglichkeit an Wettbewerben in Deutschland oder Österreich teilzunehmen“; erklärt Sabine Rainalter, Gründerin und Präsidentin des Clubs.

Multikulturelle Erfahrungen

Rainalter, Studentin der Rechtswissenschaften, konnte erste Erfahrungen mit Debattierclubs während ihres Erasmusjahres in Cardiff sammeln. „Dort wurde mir bewusst, wie vorteilhaft sich solch ein Club auf das öffentliche Leben eines Studierenden auswirken kann“, erinnert sich Rainalter: „Er eröffnet die Möglichkeit viele interessante Menschen und unterschiedliche Kulturen kennen zu lernen“. Dies kommt vor allem bei den englischsprachigen Treffen zum Tragen.

Argumente statt Polemik

„Beim Debattieren ist eine gute Kritikfähigkeit ebenso erforderlich wie das schnelle Analysieren und Widerlegen von Argumenten. Es geht dabei nicht um plumpe Polemik. Entscheidend ist, wer die bessere Argumentation hat, um Unentschiedene auf seine Seite zu bringen“, beschreibt Rainalter ihr Handwerk. Jeden Montag debattiert sie in Englisch im allgemein anerkannten British Parliamentary System. Im deutschen Sprachraum ist die Offene Parlaments Debatte vorherrschend. Dieses System wird zu den deutschen Treffen jeden Donnerstagabend verwendet. Vor allem bei den deutschen Debatten ist das Publikum fester Bestandteil des Systems. „Darum freuen wir uns auch über Studierende die nicht debattieren wollen, aber an den angekündigten Themen interessiert sind“, wirbt Rainalter.

Erfolgreiche erste Treffen

Das Interesse für einen Debattierclub war schon lange an der LFU gegeben, nur die Initiative einer Gründung fehlte. Deshalb waren die ersten Treffen von „Redefreiheit“ auch äußerst erfolgreich. „Viele Interessierte haben schon bei uns vorbeigeschaut, mit dem Ergebnis, dass sie wiederkamen“, freut sich Rainalter. Sowohl englischsprachige, als auch deutschsprachige Studierende aus allen Himmelsrichtungen fanden sich zu den ersten Treffen ein. „Wir haben vor allem viele begeisterte SüdtirolerInnen. Auch Studierende der Universität Notre Dame Indiana aus Amerika haben schon zu uns gefunden“, so Rainalter hocherfreut über die Internationalität ihres Debattierclubs: „Jedoch sind wir noch keine eingeschworene Gemeinschaft. Deshalb freuen wir uns über jeden Neuzugang oder interessiertes Publikum. Bei jedem Treffen kommen neue Leute hinzu.“ Als besondere Vision nennt die Gründerin Sabine Rainalter: „Ich würde gerne noch dieses Semester bereits ein Team zu einem deutschsprachigen Wettbewerb, als Vertreter unserer Universität, entsenden“.

Treffen: Montag – Englisch, Donnerstag – Deutsch: 20.00 Uhr GeiWi Turm 2. Stock Raum 40202

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