Zukunft der LehrerInnenbildung

Die Gesamtösterreichische Konferenz für die pädagogische und schulpraktische Ausbildung (GKPS) setzte sich bei ihrer Tagung am 05. September 2005 mit dem aktuellen Diskussionsstand zur Frage der LehrerInnen-Bildung an österreichischen Universitäten auseinander und beschloss eine Resolution dazu.
LehrerInnenbildung soll an Universitäten verbleiben.
Bild: LehrerInnenbildung soll an Universitäten verbleiben.

Die PISA Studie hat in Österreich Defizite der schulischen Bildung aufgedeckt. Sie betrifft unter anderem Institutionen, die in der LehrerInnenbildung tätig sind, also die Universitäten und die Pädagogischen Hochschulen. Die LFU Innsbruck ist führend in der Ausbildung von LehrerInnen. Tiroler JunglehrerInnen kommen international gut an. Seit 2001 gibt es zahlreiche Neuerungen. „Bestehende Strukturen sollen verbessert und nicht zerschlagen werden“, fordern die Zuständigen der Universität und des Landes. Deshalb soll die LehrerInnenausbildung an den Universitäten verbleiben.

 

Universitäten sind die leistungsfähigsten Bildungseinrichtungen

Dieser Meinung sind auch die TeilnehmerInnen der GKPS. In ihrer Resolution zur LehrerInnenbildung sprechen sie sich dafür aus, dass die LehrerInnen-Bildung an den leistungsfähigsten Bildungsreinrichtungen stattfinden muss. „Die Universitäten verfügen aufgrund ihrer Schwerpunkte in Forschung und Lehre über das für eine fundierte LehrerInnen-Bildung notwenige Potential“, steht es in der Resolution. Derzeit erfolgt die Ausbildung noch parallel in zwei Institutionen. Langfristiges Ziel soll es sein, die gesamte LehrerInnen-Bildung an den Universitäten zu verankern.

 

Bacchelor- und Master-Struktur auch für Lehramtsstudien

Zwischenzeitlich sollen einheitliche gesetzliche Grundlagen der LehrerInnen-Bildung auf Basis der Bologna-Studienarchitektur auch für das Lehramtsstudium an der Universität geschaffen werden. Außerdem soll es zu einer Angleichung der Ausbildungskonzepte für LehrerInnen der Sekundarstufe 1 durch wechselseitig anrechenbare Kompetenzmodule kommen. Vor allem will die GKPS eine einseitige Schwerpunktbildung an der Universität hinsichtlich Forschung und an den Pädagogischen Akademien bzw. Pädagogischen Hochschulen hinsichtlich Praxis vermeiden.

 

Interfakultäre und interuniversitäre Zentren

„Die GKPS fordert die solide institutionelle Verankerung der LehrerInnenbildung an der Universität durch die Einrichtung von interfakultären und gegebenenfalls interuniversitären „Zentren für LehrerInnen-Bildung“ mit weit reichenden Kompetenzen (Budget- und Personalhoheit, grundsätzliche curriculare Arbeit, Weiterbildungsaufgaben, standortübergreifende Koordination, Kooperationsgremium für die Abstimmung mit den PA/PH u .a. m.) und mit ausreichender finanzieller Ausstattung“, erklärt Dr. Erich Mayr vom Institut für Lehrer/innenbildung und Schulforschung. Weiters werden Vorschläge von Maßnahmen zur Eignungsüberprüfung für Lehramts-Studierende gefordert.

 

Die Resolution der GPKS richtet sich an das BM:BWK, im speziellen an BM Elisabeth Gehrer, an die Rektorenkonferenz, die RektorInnen und VizerektorInnen aller österreichischer Universitäten, Interessenvertretungen, Medien, BildungssprecherInnen der Parlamentsparteien, Standesvertretungen sowie an die Landesschulräte und den Stadtschulrat Wien.