Innsbrucker Architekturstudierende erhalten Auszeichnung beim Humpert Preis 2005

Florian Pererotti, Eva Markowitsch und Florian Gillitz erarbeiteten im Rahmen einer Lehrveranstaltung gemeinsam mit Dr. Maria Schneider ein Projekt zum Thema "Frei(t)raum". Vor kurzem wurde das Projekt nun mit dem Klaus-Humpert-Preis 2005 ausgezeichnet.
Frei(t)raum
Bild: Frei(t)raum

Insgesamt wurden 68 Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für den Wettbewerb eingereicht. Der Jury bot sich ein breites Spektrum der gezeigten Entwürfe, die sich jeweils auf individuelle Weise mit dem gestellten Thema „Stadt und Dichte – Visionen für die Stadt von Morgen“ auseinandersetzen.

Freit(t)raum
Ausgehend von einer Analyse der nordamerikanischen Stadt entwickeln die Verfasser, Florian Perotti, Eva Markowitsch und Florian Gillitz ein faszinierendes Szenario für die Innenstadt von Detroit. Als Gegenbild zur perforierten City mit ihren weiten und unwirtlichen Räumen entsteht eine zentrale Parklandschaft, die einen hochwertigen Rahmen bildet für zentrale öffentliche Nutzungen und als Impulsgeber für die städtebauliche Stabilisierung der Ränder fungiert. Der Horror einer typischen amerikanischen Innenstadt verwandelt sich in einen „Frei(t)raum“, wie die Verfasser schreiben. Ein kreativer Beitrag zur Zukunft eines perspektivlosen Stadtraums.

Klaus-Humpert-Preis

Der Klaus-Humpert-Preis wird alle zwei Jahre im deutschsprachigen Raum von der Universität Stuttgart ausgeschrieben. Die Projekte müssen im Rahmen von Lehrveranstaltungen erarbeitet werden. Teilnahmeberechtigt sind Studierende aller deutschsprachigen Universitäten, Fachhochschulen und Akademien.

Themenstellung
In der neueren Geschichte der Stadt unterlag kaum ein Begriff so unterschiedlichen Interpretationen und Bewertungen wie der Begriff der städtischen Dichte. Noch Ende des 19. Jahrhunderts stand Dichte für überfüllte Wohnquartiere und mangelnde hygienische Verhältnisse. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde städtische Dichte zum Synonym für Vielfalt und Erlebnisreichtum.

Unterschiedliche Auslegung von Dichte

Unter dem Leitbild „Urbanität durch Dichte“ mussten die Städte jedoch auch manche Fehlentwicklung verbuchen, die den Begriff Dichte bis heute – nicht nur in der Fachwelt – belasten. In der aktuellen Diskussion um städtische Dichte treffen zwei gegensätzliche Szenarien aufeinander:

  • Orientiert an den Erwartungen von Wachstumsbranchen wie zum Beispiel der Informationswirtschaft werden Zukunftsbilder einer dichten und nutzungsgemischten Stadt entworfen.
  • Unter dem Eindruck der sich aufgrund der demographischen Entwicklung abzeichnenden Schrumpfungsprozesse entstehen Konzepte zur Entdichtung und Durchgrünung der Stadt.

Beide Szenarien können – als Beleg für ihre Gültigkeit – bereits auf viele realisierte Beispiele verweisen. Wenn heute das Verhältnis von Stadt und Dichte wieder zum Thema wird, so geschieht dies also unter neuen Vorzeichen: Es gibt nicht mehr nur ein Leitbild. Wirtschaftliche Verhältnisse, regionale Rahmenbedingungen, differenzierte Lebensstile und Wohnmodelle der Bevölkerung werden sich in unterschiedlichen Stadtstrukturen abbilden.

Kritische Auseinandersetzung

Der Wettbewerb will anregen sich mit dem Phänomen städtebauliche Dichte kritisch vorausdenkend auseinanderzusetzen. In Analyse, Konzept und/oder Entwurf soll herausgearbeitet werden, welche städtebaulichen Chancen neue Interpretationen und Wertungen von Dichte als Antwort auf gesellschaftliche Fragen eröffnen. Die Teilnehmer konnten den Entwurfsort frei wählen.