Europäische Ethnologie stellt in Brüssel aus

Mit der Ausstellungseröffnung „Play Tirol – Alpine Aspekte ludischer Lust“ und der Aufführung des Stückes „Mein Ungeheuer“ von Felix Mitterer ist nunmehr erstmals Leben in das neue Büro der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino eingezogen.
Masken bei der Ausstellung in Brüssel
Bild: Masken bei der Ausstellung in Brüssel

Das Institut für Europäische Ethnologie und der Tiroler Theaterverband haben auf Einladung des Tirol-Büros den ersten Schritt zur Repräsentation von Tiroler Kultur in Brüssel gesetzt. Es sollen weiterhin ähnliche Aktionen von Tiroler Kulturschaffenden folgen.

 

Schützenswerte Tiroler Spielkultur

Die Ausstellung „Play Tirol“ bietet einen Streifzug durch die Spiellandschaft Tirols. Dort wo seit vielen Jahrhunderten gespielt wird, nämlich auf Bühnen, auf Spielplätzen, auf Straßen, an Wirtshaustischen und Spieltischen, dort haben die Menschen auch im Technologiezeitalter ihren Spieldrang nicht aufgegeben. Gespielt wird nur anders. Während einerseits alte Spiele, etwa die Kartenspiele „Watten“ oder „Perlaggen“ immer mehr als schützenswertes Tiroler Kulturgut angesehen werden, haben jüngere Menschen andere Spiele entdeckt. Neue Feste und neue Spielformen werden nicht zuletzt im Tourismus erprobt. Hier wird die alpine Landschaft Tirols als „Spielwiese“ für kreative Formen des Erlebens neu entdeckt.

 

Ausstellung zum Anfassen

Im Ausstellungsbereich wurden auch die „ludische Lust“ der Besucher bedacht, die Möglichkeiten finden, selbst mitzuspielen. Wer durch die Ausstellung geht kann sich den legendären Tirolerhut aus dem Fundus der Exlbühne anziehen und sich damit im Spiegel betrachten. Er kann eine mit Wasser gefüllte Glocke zum Klingen bringen und beobachten wie Schallwellen sichtbar werden. Er kann sich mit einem Rundmühlespiel aus der Antike vergnügen, Masken probieren und die Kugel im Leidenschaftsbarometer rollen lassen. Mitten im Raum steht bis zur Decke ein großer begehbarer Würfel: der Multivisionsraum mit einer Video – Überraschungscollage.

 

„Play Tirol. Alpine Aspekte ludischer Lust“ ist ein studentisches Ausstellungsprojekt, das unter der Leitung von Oliver Haid (Institut für Europäische Ethnologie/Volkskunde) in Zusammenarbeit mit Ekkehard Schönwiese (Theaterverband Tirol) verwirklicht wurde. Die Ausstellung ist noch bis 31. Oktober im Gebäude der Europaregion Tirol in Brüssel (Rue des Pascale 45/47) zu sehen und wird vom 21. bis 27. November in den Räumlichkeiten des Sowi-Gebäudes in Innsbruck gezeigt.