Bar_jeder Logik in Südtirol

Die Bar_jeder Logik der Innsbrucker Architekturfakultät, Institut für Entwerfen, ./studio3, Volker Giencke, befindet sich derzeit auf Reise in Südtirol und begleitet transart – das 5. Festival für zeitgenössische Kunst. Vom 15. bis zum 16. September hatte die Bar ihren ersten Einsatz. Weitere folgen.
Die Bar_jeder Logik beim transart – dem 5. Festival für zeitgenössische Kunst.
Bild: Die Bar_jeder Logik beim transart – dem 5. Festival für zeitgenössische Kunst.

Anlässlich des 5. Kulturevents dieser Art in Südtirol, wurde die Bar_jeder Logik als Kulturbotschafterin über die Grenzen hinweg nach Südtiorl geholt. Wie jedes Jahr hat Transart05 seine eigene Bar. Diesmal ist es eine mobile Konstruktion, eine textilbespannte Holzwabenkonstruktion, die sich zusammen mit Transart von Ort zu Ort bewegt.

Die Bar_jeder Logik wurde am Institut für Entwerfen, ./studio3, Volker Giencke, der Architekturfakultät der Universität Innsbruck entwickelt und realisiert. Unter der Leitung der Architektin und Universitätsassistentin Valentine Troi wurde ein Entwurf des Studenten Nikolaus Mayr zum Großprojekt: Die Bar_jeder Logik feierte vor kurzem im Rahmen des Kulturlabors Strombili‚ Leben in einem Denkmal’ in Hall in Tirol ihr Debüt und gelangt im September nach Südtirol. Sie begleitet zwei Wochen lang Transart 05.

Transart führte anlässlich dieser erstmaligen Kooperation zwischen dem Festival für zeitgenössische Kunst und der Universität Innsbruck ein Interview mit Projektleiterin Dipl.-Ing. Valentine Troi:

Transart: Es ist eine Bar, die eigentlich keine ist, sich dem natürlichen Aussehen einer‚ gewöhnlichen’ Bar widersetzt und den Titel Bar_jeder Logik trägt. Warum?

Valentine Troi:   Funktion und Konstruktion widersetzen sich einer logischen Begründung. In der Bauweise und Umsetzung ist die Konstruktion eigentlich statisch nicht optimiert. Wir imitieren einen geknickten Flügel, haben dabei keine steife Rahmenkonstruktion gebaut, sondern bringen ein Gewebe zum Stehen. Die statisch optimierte Umsetzung hätte niemals unserem gestalterischen Anspruch entsprochen und unserer Vision vom Objekt.

 

Transart: Welche Vision ist das?

V.T.: Es ist der Schritt ins Unbekannte als Anliegen und Entwicklung. Wenn man sich traut, das allgemeingültige oft in den Köpfen der Menschen festgefahrene Optimum in Frage zu stellen, ergibt sich die Chance, neue Wege zu beschreiten die Freiheit, Offenheit und innovative Perspektiven eröffnen können. Aus Ambivalenz und Gegensatz entsteht Neues.

 

Transart: Auch Transart beschreitet neue, oft unbekannte Wege, katapultiert uns in die Zukunft. Zeitgenössische Kultur fordert uns auf, Allgemeingültiges in Frage zu stellen, will Grenzen der Etikettierung niederreißen. Wie fügt sich Euer architektonisches Konzept in diesen Anspruch des Festivals ein?

V.T.: Mit einer mobilen Bar funktioniert Transfer. Die Bar_jeder Logik ist ein Architekturbotschafter über den Brenner, von Nord nach Süd. Ein Transit-Raum, der sich mit Transart auf Wanderschaft begibt, sich an die verschiedensten Orte, von der Bahnhofsremise über Fabrikhallen bis in Industriegebäude begibt.

 

Transart: Räume spielen für Transart und in der Architektur eine zentrale Rolle.

V.T.: Während Transart Räume sucht, haben wir versucht mit dieser Bar Raum zu definieren. Als Objekt im Raum ist es von außen und innen erfahrbar, hebt außen und innen auf, hat Tag und -Nachtwirkung. Es ist in der Nacht klar definiertes, in seinen Strukturen markant erkennbares, strahlendes Lichtobjekt und bei Tag eingebettet, sich ergänzend, dezent wie eine integrative Landschaftsinstallation. Das bedeutet: Es ist bei Nacht selbstständiges Objekt und bei Tag lebt es aus dem Dialog mit der Umgebung.

 

Transart: Von der Vision zur Mission der Architektur.

V.T.: Mit Begriffen wie filigran, mobil, auftauchen, verschwinden, Aufbau, Abbau füllen wir unsere Botschaft inhaltlich auf. Wir möchten eine gewisse Sensibilität wecken und die Gewohnheit architektonischer Bilder aufbrechen. Letztendlich soll es zur logischen Selbstverständlichkeit werden, dass Konstruktionen bar jeder Logik existieren.

Weitere Termine der Bar_jeder Logik bei Transart:

  • 23.09. > Bozen / Bolzano (kleine Variante) SELECTRA > MUSIC
    | Absolute/Zappa® | Absolute Ensemble | Kristjan Järvi |Napoleon Murphy
    | Brock | Mike Keneally

  • 30.09. > Kastelbell / Castelbello (grosse Variante)
    WASSERKRAFTWERK EDISON CENTRALE
    > TRANSART_COCKTAIL NIGHT > ELECTRONICS + NOISE
    | DJ Spooky > Electric project | Tetsuo Furudate > Music against
    | Turbines |

  • 02. 10. > Bozen / Bolzano  (kleine Variante) ARTE > MUSIC + VIDEO + DANCE
    | Christian Ziegler > Turned | Kazue Ikeda | Sean Reed | Florian Meyer >

  • 06.10. > Bozen / Bolzano (Mini Variante) ALUMIX > THEATRE + SOUND
    | Carl Michael Von Hausswolff > Physical interrogation techniques |
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