Sonderausstellung in Schwaz

Die Sonderausstellung im Museum „Kunst in Schwaz“ wird mit Exponaten aus dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und der Universitätsbibliothek Innsbruck sowie zahlreichen Beiträgen aus den beiden Konventen der Region Schwaz zusammengestellt. Kurator der Ausstellung ist Prof. Markus Neuwirth, Kunsthistoriker an der Universität Innsbruck.
Andreas Spängler: Die Schätze Tirols, Kupferstich 1626, Foto/Courtesy: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.
Bild: Andreas Spängler: Die Schätze Tirols, Kupferstich 1626, Foto/Courtesy: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

Mit der Ausstellung über den Kupferstecher Andreas Spängler wird das Museum im Rabalderhaus seinem Anspruch gerecht und präsentiert Kostbarkeiten aus der reichen Kunstgeschichte von Schwaz. Die Arbeiten des seit 1618 in Schwaz ansässigen Kupferstechers Andreas Spängler sind mit wenigen Ausnahmen in Vergessenheit geraten, obwohl er so bedeutende Werke wie ein Huldigungsblatt anlässlich der Hochzeit Erzherzog Leopolds V. mit Claudia Medici mit dem Titel „Die Schätze Tirols“ (das Schwazer Silber, das Haller Salz und der Südtiroler Wein) oder eine der ältesten bekannten Ansichten von Stift Georgenberg auf einem Blatt mit dem „Hl. Georg“ schuf.

Andreas Spängler, 1589 als Sohn eines Zuwanderers aus Schwaben in Innsbruck geboren, absolvierte seine Ausbildung zum Kupferstecher bei Johann Schimschek in München und ließ sich bald darauf in Schwaz nieder. In der Silberstadt wird er bis ca. 1669 erwähnt. Zu seinen Auftraggebern zählten neben dem Tiroler Fürstenhaus vor allem das Schwazer Franziskanerkloster und das Stift St. Georgenberg-Fiecht.

1620 stach Andreas Spängler die bekannte Tiroler Adlerkarte des Matthias Burglechner und realisierte mit dem „Castrum doloris Erzherzog Maximilians III.“ etwa zur selben Zeit einen Stich, auf dem der prunkvolle Aufbau festgehalten wurde, der für die Totenmessen beim Ableben eines Landesfürsten üblich war.

Vergessene Kunst – vergessener Künstler

Prof. Markus Neuwirth bemüht sich gemeinsam mit Dr. Otto Larcher, dem Obmann des Museums- und Heimatschutzvereins, um eine Neubewertung des Werkes von Andreas Spängler und forschte in den Archiven des Franziskanerklosters und des Stiftes St. Georgenberg-Fiecht nach Arbeiten oder schriftlichen Hinweisen über Andreas Spängler. In der Ausstellung werden neben Einzelblättern auch einige wertvolle Buchobjekte aus den Klosterbibliotheken zu sehen sein, die zum Teil Wiederentdeckungen sind. Die Sonderausstellung gibt einen fundierten Einblick in das Schaffen eines Schwazer Künstlers, der den meisten Bewohnern der Stadt und Region Schwaz bisher ein Unbekannter war.

Die Ausstellung ist vom 5. August bis zum 26. Oktober 2005 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Öffnungszeiten: Fr., Sa., So. 16.00 bis 19.00 Uhr

NEU: jeden Donnerstag Führung durch das Museum „Kunst in Schwaz“ (und die Museums-Sonderausstellung) um 16 Uhr