Sommerakademie mit Pfeiler und Bogen

Von 3. bis 7. August veranstaltete aut. architektur und tirol in Kooperation mit der Jungen Uni Innsbruck zum zweiten Mal eine Architektursommerakademie für Kinder ab 8 Jahren. Unter dem Motto „Pfeiler und Bogen“ entdeckten die 34 jungen ForscherInnen eine Woche lang die faszinierende Welt der Architektur.
Die Kinder absolvierten ein spannendes Programm rund um das Thema Brücke.
Die Kinder absolvierten ein spannendes Programm rund um das Thema Brücke.

Bei der diesjährigen Architektursommerakademie erwartete die Kinder ein abwechslungsreiches und spannendes Programm rund um das Thema Brücke, bei dem ein weiter Bogen über Raum, Form, Konstruktion und Menschen gespannt wurde. „Uns ging es vor allem darum, bei den Kindern ein Bewusstsein zu schaffen, dass sie sich in Räumen befinden, die sie auch selbst gestalten können“, erklärt Monika Abendstein von aut. architektur und tirol das Konzept der diesjährigen Veranstaltung. „Die Kinder sollen ihre Augen schärfen, sie sollen sehen, dass sie ihre Welt beeinflussen können. Das wollten wir ihnen in dieser Woche mit auf den Weg geben.“

 

Um Kreativität voraus

Auf spielerische Art und Weise wurden die Kinder deshalb mit verschiedensten Aufgaben konfrontiert, die sie kreativ lösen sollten. „Das Thema Pfeiler und Bogen ist sehr vielseitig behandelbar und konstruktive wie ästhetische Komponenten können gleichermaßen berücksichtigt werden“, so Abendstein, die sich über den Ideen- und Phantasiereichtum der jungen KonstrukteurInnen begeistert zeigte: „Die Kinder sind extrem wissbegierig und interessiert daran, dieses Wissen auch einzubringen.“

 

Schwebebahn quer durch Innsbruck

Dazu hatten die jungen TechnikerInnen auch genügend Möglichkeiten. „Der Input einiger Institute der Fakultäten für Architektur und Bauingenieurwissenschaften war groß“, freut sich Abendstein. Am ersten Tag lernten die Kinder die geschichtliche Entwicklung des Brückenbaus sowie verschiedensten Brückenarten durch das Institut für Baugeschichte kennen. Der Arbeitsbereich Holzbau führte die jungen TechnikerInnen in den Holzbrückenbau ein und erprobte mit ihnen Tragfähigkeiten ausgehend von ihren eigenen Körpern. Die Stadtentwicklung Innsbrucks wurde gemeinsam mit dem Institut für Städtebau unter die Lupe genommen: Der Inn als Trennlinie und Innsbrucks Brücken standen an diesem Tag im Vordergrund. „Dabei entwickelte sich die Idee, über dem Inn eine Schwebebahn zu errichten, den Inn sozusagen als Verkehrsweg durch Innsbruck zu nutzen“, beschreibt Monika Abendstein den Ausgangspunkt des Modells, das die Kinder im Laufe der Woche anfertigten.

 

F3– Fotografieren, Falten, Formen

Zwischen diesen Programmpunkten gab es immer wieder spielerische Auflockerungen, beispielsweise konnten die SommerakademikerInnen ihre Geschwindigkeit beim Speedzeichnen erproben. Außerdem bekamen sie  dreimal Besuch von „externen“ KünstlerInnen: Fotografin Michelle Schmollgruber lehrte den Kindern das Fokussieren mit der Kamera, um deren Blick für Details zu schärfen. „Wir haben geschaut, was in unserer Umgebung alles Brückenfunktion besitzt und einen engen Fokus auf wenige Details gelegt“, erklärt Architektin Abendstein die Vorgehensweise. Auf einem anderen Terrain bewegten sich die Youngsters mit Faltkünstlerin Camnhi Quach. Aus einem weichen Material schufen sie mithilfe von Falttechniken Gebilde mit hoher Tragfähigkeit. Mit Konstruktion beschäftigte sich auch der Landartkünstler Mischa Engele, der mit den Kindern Steinbögen und einen Pizzaofen baute. Letzterer wurde beim Abschlussfest gleich erfolgreich getestet. 

 

Publikation „Menschenorte“ jetzt erhältlich

„Der große Vorteil der Architektursommerakademie ist, dass wir eine Woche Zeit haben, um Ideen zu entwickeln und diese dann auch auszuprobieren. Außerdem ist die Kooperation von aut. architektur und tirol und Junge Uni Innsbruck genial, da die Universität durch die Bereitstellung von Ressourcen ein kreatives Arbeiten möglich macht“, so Monika Abendstein über optimale Arbeitsvoraussetzungen. Großen Anklang fand die Architektursommerakademie bereits im letzten Jahr. Einen Rückblick auf die poetisch-konstruktive Woche der ersten Sommerakademie bietet die Publikation „Menschenorte“, die für Interessierte gratis erhältlich ist. Zu erhalten ist das Heft bei Silvia Prock (silvia.prock@uibk.ac.at) bzw. Monika Abendstein (monika.abendstein@aut.cc).

(ck)