Schüler untersuchen Zukunftsperspektiven im Berggebiet

Die Ökologin Ulrike Tappeiner widmet sich in ihrem Sparkling Science Projekt der Frage, wie sich der Klimawandel auf den Wasserhaushalt von Berggebieten auswirkt. Unterstützt wird sie dabei von SchülerInnen der Höheren Land- und Forstwirtschaftlichen Schule Kematen.
Die SchülerInnen beim Einbau der Lysimeter, mit denen die Wasserverdunstung gemessen wird.
Bild: Die SchülerInnen beim Einbau der Lysimeter, mit denen die Wasserverdunstung gemessen wird.

Klimawandel und Rückgang der Berglandwirtschaft sind moderne Entwicklungen, die weit reichende Folgen auf den Wasserhaushalt im Gebirge haben.  „Wir wissen, dass sich die Bewirtschaftung auf den Wasserhaushalt von Ökosystemen auswirkt: Flächen die gemäht werden, verdunstet weniger Wasser“, erklärt Ulrike Tappeiner vom Institut für Ökologie der Uni Innsbruck.  Unter dem Titel „Top-Klima-Science – Wasserhaushalt und globaler Wandel: Zukunftsperspektiven unter dem Gesichtspunkt des Klima- und Landnutzungswandels im Berggebiet“ will die Ökologin nun gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Höheren Land- und Forstwirtschaftlichen Schule Kematen (HLFS) dieses Wissen anhand einer breit angelegten Feldstudie untermauern.  Das Projekt wird in Kooperation mit der EURAC Bozen durchgeführt und ist in den Forschungsschwerpunkt „Ökologie des Alpinen Raumes“ integriert.

Umfassende Studie

Für das Projekt werden unterschiedliche Landnutzungstypen im gesamten Stubaital im Hinblick auf ihre Wasserverdunstung untersucht. Dazu prüft die Wissenschaftlerin gemeinsam mit den rund 50 SchülerInnen aus der ersten Klasse beziehungsweise dem Aufbaulehrgang der HLFS Kematen  gemähte und ungemähte Flächen. Um die Auswirkungen des durch den Klimawandel zu erwartenden Temperaturanstiegs um  2 – 5 Grad Celsius ebenfalls berücksichtigen zu können, wurden Vegetationsziegel aus Hochlagen in Tieflagen verpflanzt. „Das große ForscherInnenteam ermöglicht uns, eine umfassende Untersuchung aller Flächen in allen Höhenlagen über das gesamte Stubaital durchzuführen“, zeigt sich Ulrike Tappeiner begeistert. In den SchülerInnen der HLFS Kematen sieht die Ökologin aber auch wichtige Multiplikatoren des erarbeiteten Wissens. „Die Schülerinnen und Schüler der HLFS Kematen kommen meist von einem bäuerlichen Betrieb oder streben einen Beruf in diese Richtung an. Aus diesem Grund finde ich es besonders wichtig, dass sie die  Zusammenhänge verstehen. Zum anderen profitieren wir im Projekt aber auch von ihrem Alltagswissen“, so Tappeiner. Derzeit sind die SchülerInnen gerade in der experimentellen Phase des Projekts. Zum Abschluss im Herbst 2010 sollen die Ergebnisse der Studie auch wissenschaftlich publiziert werden.

Evaluation

Das Projekt von Prof. Ulrike Tappeiner wird vom Fachdidaktikzentrum für Naturwissenschaften West (FDZW) prozessbegleitend evaluiert, um unter anderem auch herauszufinden, ob sich das Interesse an naturwissenschaftlicher Forschung im Zuge einer solchen Zusammenarbeit weiterentwicklt.  „Die bisherige Evaluation zeigt, dass hier Schülerinnen und Schüler beteiligt sind, die ansonsten wenig Bezug zur Wissenschaft haben. Nach anfänglicher Skepsis zeigt sich aber, dass sie die Arbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr ernst nehmen und glauben, dass Erkenntnissen aus dem Projekt für sie als künftige Landwirte relevant sein können “, so Dr. Suzanne Kapelari, Koordinatorin des FDZW an der Uni Innsbruck.

Sparkling Science

Das BMWF fördert in dem Programm Sparkling Science Projekte, in denen Schülerinnen und Schüler aktiv in den Forschungsprozess einbezogen werden. Die Vision der Initiative ist der Abbau struktureller Barrieren zwischen Bildungs- und Wissenschaftssystem in Österreich.

(sr)

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