Alien Invaders auf der Spur

Im Rahmen des Sparkling Science Projekts „Alien Invaders – Fließgewässerrenaturierung und Neophyten“ untersuchen rund 50 Schülerinnen und Schüler des PORG Volders gemeinsam mit Prof. Konrad Pagitz vom Institut für Botanik den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen zur Verdrängung von Neophyten.
Die Schüler bei Geländeerhebungen in einer Renaturierungsfläche bei Kranebitten
Bild: Die Schüler bei Geländeerhebungen in einer Renaturierungsfläche bei Kranebitten

Pflanzen, die nicht heimischen Ursprungs sind und heimische Arten verdrängen, werden Neophyten genannt. Zwei ihrer bekanntesten Vertreter sind die Goldrute und das Springkraut. Verbreitet sind Neophyten vor allem dort, wo Menschen stark in das Landschaftsbild eingegriffen haben, vor allem in gewässernahen Gebieten. „Im Rahmen unseres Projekts wollen wir gemeinsam  mit den Schülerinnen und Schülern die Frage beantworten, inwieweit es heute möglich ist, erfolgreiche Rückbauten beziehungsweise Renaturierungsflächen zu schaffen“, erklärt der Projektleiter vom Institut für Botanik, Prof. Konrad Pagitz.

 

50 ForscherInnen

In der ersten Stufe des Projektes wurden die SchülerInnen aus dem Öko-Zweig des PORG Volders von MitarbeiterInnen am Institut für Botanik auf das wissenschaftliche Arbeiten vorbereitet. „Um die Ergebnisse auch wirklich verwenden zu können, mussten wir die SchülerInnen in einigen Bereichen auf das Niveau unserer DiplomandInnen bringen“, erklärt Pagitz. Mit viel Engagement - auch von Seiten der Lehrer am PORG Volders, die das Projekt in ihrem Unterricht miteinbezogen, - ist dies gelungen. Im Anschluss folgten Freilandtage, an denen die SchülerInnen selbst Daten in einer Au erhoben haben. „Die SchülerInnen waren mit vollem Einsatz dabei und brachten auch neue Ansätze in unsere Forschungsarbeit ein“, so Pagitz. Neben dem großen Aufwand zur Vorbereitung und Betreuung der Schüler, sieht der Botaniker einen wesentlichen Vorteil in der Zusammenarbeit mit den SchülerInnen: „50 Forscherinnen und Forscher können natürlich umfassender arbeiten als zwei bis drei, wie es normalerweise  im wissenschaftlichen Betrieb üblich ist. Und die SchülerInnen bringen neue Denkansätze ein, an die wir bis dahin noch nicht gedacht haben“, so Pagitz. Bis September 2010 will der Botaniker nun in Zusammenarbeit mit den SchülerInnen, die Entwicklung einer renaturierten Fläche beobachten, und die Frage beantworten, ob sich heimische Pflanzen in Gebieten mit vielen Neophyten nach der Renaturierung wieder durchsetzen können. Die Ergebnisse der SchülerInnen sollen auch in einem wissenschaftlichen Paper publiziert werden.

 

Evaluation

Begleitet wird das Sparkling Science Projekt „Alien Invaders – Fließgewässerrenaturierung und Neophyten“ vom Regionalen Fachdidaktikzentrum für Naturwissenschaften West (RFDZW) der Universität Innsbruck. „Wir führen vor, nach und während des Projekts fachdidaktische Evaluationen durch, um zu schauen, wie die SchülerInnen das Angebot annehmen und daraus auch Erkenntnisse für den fachdidaktischen Unterricht zu erhalten“, erklärt Dr. Suzanne Kapelari, die Koordinatorin des RFDZW. Die bisherigen Ergebnisse dieser Evaluation bestätigen das Konzept: „Nach anfänglicher Skepsis merkt man, dass die Schülerinnen und Schüler mit vollem Einsatz dabei sind. Mit verantwortlich dafür ist sicher die Tatsache, dass sie erkannt haben, dass auch die Wissenschaftler die Ergebnisse der Untersuchungen nicht kennen und ihre Arbeit durchaus Sinn ergibt“, so Kapelari.

 

Sparkling Science

Das BMWF fördert in dem Programm Sparkling Science Projekte, in denen Schülerinnen und Schüler aktiv in den Forschungsprozess einbezogen werden. Die Vision der Initiative ist der Abbau struktureller Barrieren zwischen Bildungs- und Wissenschaftssystem in Österreich.

(sr)

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