Aktiv fürs Passivhaus

Die Universität Innsbruck und die Interessensgruppe (IG) Passivhaus organisierten vom 27. bis zum 29. November das 3. Tiroler Passivhausforum. Die hochkarätig besetzte Plattform fand in Innsbruck statt und lockte an drei Tagen rund 900 interessierte BesucherInnen an.
Auf dem ehemaligen Lodenareal entsteht Europas größte Wohnhausanlage im Passivhausstandard.
Bild: Auf dem ehemaligen Lodenareal entsteht Europas größte Wohnhausanlage im Passivhausstandard. [Foto: IG Passivhaus]

Passivhaus-Wissen in kompakter Form boten die Veranstalter der österreichweit größten Fachtagung den zahlreichen TeilnehmerInnen aus dem In- und Ausland. Thematischer Schwerpunkt der Vorträge, Workshops und Diskussionen war der Soziale Wohnbau im Passivhausstandard. Auf dem Programm standen außerdem Exkursionen zu  bereits verwirklichten und im Bau befindlichen Projekten in Tirol; unter anderem wurde die entstehende Wohnanlage am ehemaligen Lodenareal besichtigt, die derzeit die europaweit größte im Passivhausstandard ist.

 

Sozial und sparsam

„Leistbares Wohnen für die weniger Betuchten unserer Gesellschaft ist gerade am Beginn einer in ihrer Tragweite noch gar nicht abschätzbaren Finanzkrise, drohender Inflation und Rezession, steigender Energiekosten und einer unsicheren Wirtschaftsentwicklung aktueller denn je“, meint DI Gerald Gaigg in Hinblick auf den Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung. Verdichtete Bauweise im sozialen Wohnbau birgt in Passivhausbauweise besonders hohe Einsparungspotenziale.  Wie die Herausforderungen in diesem Bereich am besten zu meistern sind – darüber tauschten sich Wissenschaftler und Praktiker beim 3. Tiroler Passivhausforum aus.

 

Tirol als Vorreiter

Tirol nimmt in der Forschung, Entwicklung und Umsetzung des Passivhausstandards eine Vorreiterrolle ein. Seit rund drei Jahren berät und informiert die IG Passivhaus Interessenten und Bauherren über energieeffizientes Bauen und will insbesondere zur Verbreitung des Passivhausstandards beitragen. „Um diese Ziele zu erreichen, haben wir vor drei Jahren das Passivhaus-Forum ins Leben gerufen und den wissenschaftlichen und fachlichen Level permanent ausgebaut“, sagt der Geschäftsführer der IG Passivhaus Tirol, Bernhard Schwarze. In der Universität Innsbruck hat man eine ideale Partnerin vor Ort gefunden: Der Vater des Passivhauses und Gründer des Passivhausinstitutes Darmstadt, Prof. Wolfgang Feist, hat seit diesem Jahr den Lehrstuhl für Bauphysik inne und mit Holzbauprofessor Michael Flach zeichnet eine weitere Kapazität auf dem Gebiet des ökologischen und ökonomischen Bauens für Forschung und Lehre an der Uni Innsbruck verantwortlich. Im kommenden Jahr wird der Bereich innovatives Bauen und Wohnen durch die Besetzung des Drittmittellehrstuhls für energieeffizientes Bauen weiter gestärkt.

 

Zukunftsweisender Bereich

„Wir wollen hier ein internationales Zentrum entwickeln und versuchen unseren Technologievorsprung zu exportieren“, kündigte Prof. Michael Flach im Rahmen einer Pressekonferenz zum Passivhausforum an. Rektor Karlheinz Töchterle steht voll und ganz hinter diesen Plänen. „Ich habe die feste Absicht hier alles zu tun, dass diese Entwicklung weitergetragen wird“, so Töchterle. Gemeinsam mit der IG Passivhaus und mit Unterstützung des Landes Tirol will man in den kommenden Jahren an der Weiterentwicklung des Passivhauses arbeiten.

(ef)