Forum Alpbach gastierte an der Uni Innsbruck

Unter dem Titel „Kultur – Harmonie und Konflikt“ veranstaltete das Europäische Forum Alpbach vom 19. bis zum 21. November ein hochkarätig besetztes Symposium an der Universität Innsbruck. Eröffnet wurde der Vortragsreigen von Forum-Alpach-Präsident Erhard Busek und Rektor Karlheinz Töchterle.
Dr. Erhard Busek
Bild: Dr. Erhard Busek

WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen, MeinungsforscherInnen und VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft kamen auf Einladung des Forums Alpbach und der Gedächtnisstiftung Peter Kaiser an die Universität Innsbruck, um sich gemeinsam mit Studierenden, Lehrenden und Interessierten mit dem Spannungsfeld zwischen Kultur und Wirtschaft auseinander zu setzen.

Man habe versucht das Thema „Kultur – Harmonie und Konflikt“ thematisch breit aufzufächern, hob Dr. Erhard Busek in seinen einleitenden Worten hervor. Es freue und ehre ihn, sagte Rektor Karlheinz Töchterle in seiner Begrüßung, dass die Universität Innsbruck als Tagungsort auserwählt worden sei. Das Symposium passe sehr gut zur Universität Innsbruck, da hier die Themen Kultur aber auch das Aufeinandertreffen von Kulturen und die damit verbundenen Kulturkonflikte an mehreren Fakultäten erforscht würden, so der Rektor weiter.

 

Den inhaltlichen Auftakt bildete ein Panel zum Thema „Kulturelle Angebote – Zentrum und Peripherie“. Im Anschluss an die offizielle Eröffnung machten Hellmuth Matiasek (Regisseur und Staatsintendant a.D.), Michael P. Franz (der Leiter der Sektion IV „Kultur“ des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur), Peter Paul Kainrath (Künstlerischer Leiter der Schwazer Klangspuren) und Klaus Albrecht Schröder (Direktor der Albertina) eine Bestandsaufnahme der kulturellen Angebote in Österreich.

 

Zentrum versus Peripherie

Im Mittelpunkt der Eingangsstatements standen die Unterschiede zwischen Wien und den Bundesländern. Matiasek konstatierte eine „Hauptstadtlastigkeit kultureller Institutionen“, da sich die meisten vom Bund geförderten Einrichtungen in Wien befänden. Die Mehrheit der Besucher der österreichischen Bundesmuseen seien Touristen und nicht Österreicher, berichtete Michael P. Franz. Die österreichischen Sammlungen seien für Österreicher nicht bedeutsam, es sei daher eine der obersten museumspolitischen Forderungen, die Teilhabe der Bevölkerung an ihren Museen zu aktivieren und zu optimieren, erklärte er in seinen Ausführungen. Peter Paul Kainraths einleitende Worte gaben Einblick in den Erfolg des Musikfestivals Klangspuren, das sich fernab von der Kulturmetropole Wien etabliert hat. Seine Anziehungskraft beruhe insbesondere auf der Tatsache, dass es nicht eine ästhetische Messlatte für die Ausrichtung des Programms gäbe, sondern viele verschiedene. Darüber hinaus habe man neues Publikum in neue Räume gebracht, was ebenso zum Erfolgsgeheimnis der Klangspuren zähle.

Zwar hätten die Museen in den Bundesländern stark aufgeholt, bestimmte Kulturangebote könnten in einer bestimmten Dichte der Abfolge allerdings nicht überall stattfinden, meinte hingegen Albertina Direktor Schröder. Von Wien gehe eine spezielle Magnet-Wirkung aus, deren Nutznießer die in der Hauptstadt angesiedelten kulturellen Institutionen seien.   

Einig war man sich am Podium darüber, dass sich die kulturelle Situation in den Bundesländern in den vergangenen Jahren gravierend verändert hat und sehr viel kreatives Potenzial vorhanden ist.

(ef)

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