Energieversorgung muss nachhaltig und sicher sein

Der weltweite Energiebedarf wird weiter steigen. Um die Versorgungssicherheit in Tirol künftig zu garantieren, ist ein Ausbau der Wasserkraft notwendig. – Das war eine der Kernaussagen der Vortragsreihe „Tiroler Energie-Strategien im europäischen Umfeld“ an der Baufakultät. Als Symbol für erneuerbare Energie steht seit 16. November ein Turbinenlaufrad der ÖBB vor dem Fakultätsgebäude.
Das von der ÖBB gestiftete Laufrad
Bild: Das von der ÖBB gestiftete Laufrad

Dass das Thema Energieversorgung viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes nicht kalt lässt, bewies am 16. November der gut gefüllte Große Hörsaal der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften. Zur Informationsveranstaltung „Tiroler Energie-Strategien im europäischen Umfeld“ kamen aber nicht nur Fachleute: Auch zahlreiche andere interessierte Zuhörer wie beispielsweise eine Schulklasse der benachbarten HBLA wollten wissen, wie sich  Experten aus Forschung und Praxis die Energieversorgung der Zukunft vorstellen.

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Dekan der Baufakultät, Manfred Husty, führten Dipl.-Ing. Bruno Oberhuber, Geschäftsführer der Energie Tirol, und Prof. Markus Aufleger, Leiter des Arbeitsbereiches Wasserbau an der Universität Innsbruck, in das Thema des Nachmittages ein. Der Geschäftsführer der EWA St. Anton, Jakob Klimmer, beleuchtete die Energieversorgung aus regionaler Sicht, wohingegen Dipl.-Ing. Walter Boltz, Geschäftsführer der E-Control, überregionale Aspekte und Problemstellungen darstellte. Dipl.-Ing. Dr. Pluy, der Leiter des Geschäftsbereiches Kraftwerke der ÖBB Infrastruktur Bau AG, präsentierte das neue Energieversorgungskonzept der Österreichischen Bundesbahnen, Vorstandsdirektor der TIWAG, Dr. Bruno Wallnöfer, verdeutlichte die Besonderheiten des Energiestandortes Tirol und Prof. Brauner, Vorstand des Institutes für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien, legte  unterschiedliche Zukunftsszenarien und Lösungsstrategien dar.

 

 

Versorgungssicherheit als zentrale Fragstellung

 

Im Mittelpunkt der Vorträge von Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft stand die Frage, wie man die Energieversorgung sicherstellen könne. Denn in den vergangenen 10 Jahren ist der Energiebedarf der Tiroler um 40 Prozent gestiegen. Sowohl Privathaushalte als auch die Unternehmen werden laut Prognose in Zukunft mehr Energie brauchen. Das Land Tirol will dem durch „mehr Energieeffizienz einerseits und einer Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch andererseits“ entgegenwirken so Bruno Oberhuber. Die Energiestrategie des Landes sieht aber auch eine Steigerung der lokalen Energieerzeugung durch Wasserkraft vor. – Eine Option, die alle Vortragenden in Hinblick auf Tirol für unverzichtbar hielten, selbstverständlich unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte. Für eine effiziente Nutzung der regionalen Kapazitäten und eine überregionale Abstimmung der Stromversorgung plädierte Walter Boltz anhand von zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Mahnend äußerte sich der letzte Referent, Günther Brauner, der konstatierte,  dass „nicht nur die Erzeugung an den Bedarf, sondern auch der Bedarf an die Erzeugung angepasst werden muss.“

 

Mahnmal für die erneuerbare Energie

 

Einen Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Enthüllung eines großen Turbinenlaufrades (Durchmesser 2,3 m) durch den Leiter  des Geschäftsbereiches Kraftwerke der ÖBB, Johann Pluy, und den Dekan der Baufakultät, Manfred Husty. Aufgrund guter Beziehungen zwischen der Baufakultät der Universität Innsbruck und der ÖBB Infrastruktur Bau AG hat das ausrangierte Laufrad des Kraftwerkes Enzingerboden (Stubachtal, Slbg.)  seinen Platz an der Baufakultät – ebenso wie die Wasserkraft als erneuerbare Energie.

 

Die Expertenvorträge stehen zum Download zur Verfügung 

Tiroler Energiestrategie 2020 (offizielles Papier vom Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Wasser-, Forst- und Energierecht – mit freundlicher Genehmigung durch Hr. HR Dr. Zingerle)