Trainingswissenschaftliche Betreuung Österreichischer SnowboardathlethInnen

Seit den Olympischen Spielen in Nagano 1998 und Turin 2006 sind im Snowboard die Disziplinen Parallel und Boardercross offizielle Wettkampfdisziplinen. Der Start ist dabei von außerordentlicher Bedeutung, da dieser laut Analysen die Endplatzierung stark zu beeinflussen vermag.
Heidi Neururer nützt die Möglichkeiten des Trainingswissenschaftlichen Zentrums
Bild: Heidi Neururer nützt die Möglichkeiten des Trainingswissenschaftlichen Zentrums

Am Trainingswissenschaftlichen Zentrum des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Innsbruck besteht die Möglichkeit den Startvorgang unter Laborbedingungen zu simulieren und exakt zu analysieren. Neben zahlreichen AthletInnen des Snowboard Alpin und Cross Teams nutzen unter anderem auch Marion Kreiner und Heidi Neururer, die beim Weltcupauftakt in Sölden (Parallel-Riesentorlauf) vergangenes Wochenende Platz 1 und 2 einfahren konnten, die Gelegenheit, um ihre Starttechnik genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Das am Institut entwickelte Diagnosegerät besteht aus Aluminium Profilen und Formrohren und entspricht den Abmessungen der Startanlagen, wie sie bei Weltcuprennen verwendet werden. Das Snowboard samt Bindung ist an einer 6 m langen Führungsschiene befestigt. Nach ca. 4 m wird das Board durch Gummizüge abgebremst. Die horizontalen Kräfte am linken und rechten Startbügel werden über zwei Kraftmessdosen erfasst. Die Ermittlung der Abzugsgeschwindigkeit erfolgt über ein magnetisches Längenmesssystem, bei dem der Impulsaufnehmer am Snowboardschlitten montiert und das Magnetband entlang der Führungsschiene befestigt ist. Highspeed Videoaufnahmen mit bis zu 250 Bildern pro Minute liefern für die Trainer zudem wichtige Informationen über den Bewegungsablauf während der Startbewegung. Neben der Verbesserung des Startvorganges trägt diese spezielle Leistungsdiagnostik auch zur Optimierung des Krafttrainings für die Oberkörpermuskulatur bei. Gerade bei saisonalen Sportarten wie dem Snowboardsport ist eine Entwicklung von trainingsspezifischen Imitationsübungen speziell für den Nachwuchs sehr wichtig, da eine komplexe Ausführung der Wettkampftechniken auf Schnee nur auf wenige Monate im Jahr beschränkt ist.

 

Vor kurzem wurde das Diagnosegerät auch für den Skicrossstart adaptiert. Diese Sportart wurde vom Internationalen Olympischen Komitee für 2010 in die Reihe der Olympischen Bewerbe aufgenommen. Das Trainingswissenschaftliche Zentrum unterstützt dabei mit Karin Huttary, Christoph Ebenbichler & Patrick Koller (alle Studierende der Uni Innsbruck) mögliche TeilnehmerInnen an diesem in Vancouver stattfindenden Großevent.

 

Diese Beispiele sollen wiederum die enge Verbindung von sportwissenschaftlicher Forschung am Institut für Sportwissenschaft und den realen Bedürfnissen zur Optimierung der Trainingsqualität im Hochleistungssport widerspiegeln.