Studieren ohne Hindernis – Auch mit Behinderung

Unter dem Motto „Sharing International Resources on the Road to Inclusion“ diskutierten im Juli Gäste aus aller Welt verschiedenste Möglichkeiten, um behinderten Studierenden den Weg durchs Studium zu erleichtern.
VR Märk bei der Disability-Konferenz
Bild: VR Märk bei der Disability-Konferenz

Die Konferenz zur Hochschulbildung für Menschen mit Behinderung fand in diesem Jahr bereits zum 6. Mal statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Universität Innsbruck und der University of New Orleans.

 

Nach wie vor ist erfolgreiches Studieren für Menschen mit Behinderung von enormen Schwierigkeiten gekennzeichnet. TeilnehmerInnen aus 26 Ländern und 18 Universitäten fanden sich dieses Jahr zur 4-tägigen Disability-Konferenz in der Theologischen Fakultät ein. Im Mittelpunkt der Workshops und Vorträge standen die (Weiter)Entwicklung von Ideen und Programmen, die Studierenden mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen Chancengleichheit im Hochschulbereich ermöglichen sollen. Die Agenda beinhaltete Programmpunkte wie etwa die Ausbildung von universitären MitarbeiterInnen, den Einsatz neuer Technologien zur Unterstützung von behinderten Studierenden, die Förderung internationaler Austauschprogramme oder auch die Wegbereitung für den Arbeitsmarkt.

 

Internationales Networking

Wie schon aus dem Motto der Veranstaltung hervorgeht, spielt der internationale Austausch von bewährten und neuen Erkenntnissen eine zentrale Rolle. Durch die Bildung von weltumspannenden Netzwerken soll die Entwicklung und der Transfer von Ideen und erfolgreichen Programmen weiter vorangetrieben und damit eine Verbesserung der Situation für behinderte Studierende erreicht werden. Vizerektor Tilmann Märk bestätigt die Wichtigkeit der Disability-Konferenz: „Im Entwicklungsplan der Universität Innsbruck ist die Gewährleistung der Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung ein wichtiger Punkt.“

 

Barrierefrei gebaut und offiziell anerkannt

In Österreich nimmt man sich immer mehr der Situation von behinderten Menschen an. So wurde Anfang Juli die Gebärdensprache offiziell als Sprachminderheit anerkannt. Helene Jarmer, Präsidentin des österreichischen Gehörlosenverbundes (ÖGLB), freut sich: „Nach so vielen Jahren haben die PolitikerInnen endlich unsere Wünsche gehört und im Sinne der Gehörlosen gehandelt. Die erfolgte Verankerung unserer Gebärdensprache in der Verfassung ist ein ganz wichtiges, positives Signal.“

Tirol möchte bei der Verbesserung der Situation von behinderten Menschen eine Vorreiterrolle einnehmen: Ab 2008 ist barrierefreies Bauen Vorschrift und soll behinderten und älteren Menschen das Leben erleichtern. Auch die Universität Innsbruck geht bei ihren aktuellen Bauvorhaben auf die Bedürfnisse Behinderter ein und ermöglicht ein gemeinsames Arbeiten und Studieren aller Uni-Angehörigen. Maßstab dabei ist der Standard der Tiroler Landeskrankenanstalten (TILAK), aber auch Studierende und MitarbeiterInnen mit Handicap werden bei der Planung mit eingebunden. „Bei behindertengerechtem Bauen müssen Betroffene gefragt werden und ihre Erfahrungen müssen in die Planung einfließen“, erläutert Mag. Linda Götzendorfer, Behindertenbeauftragte der Universität Innsbruck.