Alles Leben ist Begegnung!

Unter diesem Motto standen die Projekttage des Sonderpädagogischen Zentrums in der Siegmairstraße, an denen auch PhysikerInnen und BiologInnen der Universität Innsbruck mitmachten. Sie entführten die Kinder über „Riechen, Schmecken und Hören“ in die Welt der Wissenschaft.
Projekttage im Sonderpädagogischen Zentrum
Bild: Projekttage im Sonderpädagogischen Zentrum

Eine Riesenseifenblase ist physikalisch leicht zu erklären. Laut Wikipedia ist die Erzeugung von Seifenblasen durch die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit – in diesem Fall Wasser - möglich, die zu einem elastischen Verhalten der Oberfläche führt. Die Seife verkleinert die Oberflächenspannung und verlangsamt die Verdunstung, wodurch die Blasen entstehen und auch länger erhalten bleiben. Für Lisa ist die Herstellung einer Riesenseifenblase eine Herausforderung: Sie versucht richtig auszuatmen - nicht zu leicht und nicht zu fest. Man sieht ihr an, wie sie sich konzentriert. Groß ist die Freude, wenn es ihr gelingt, eine Regenbogenblase zu formen, manchmal purzeln auch kleine, schillernde Seifenkugeln unter den Bewunderungsrufen der anderen Kinder aus dem Rahmen. Lisa lacht und ist zufrieden. Lisa hat einen psycho-mentalen Entwicklungsrückstand erlitten, vermutlich als Folge traumatischer Kriegserlebnisse der Mutter während der Schwangerschaft in Bosnien.

 

Projekttage im Sonderpädagogischen Zentrum

Vergangenen Dienstag und Mittwoch waren für die Kinder und Jugendlichen des Sonderpädagogischen Zentrums in der Siegmairstraße besondere Tage: Projekte waren angesagt, und neben einer befreundeten Volksschule aus Absam, dem ÖAMTC und der Blindenschule nahm auch die Junge Uni Innsbruck teil. MitarbeiterInnen der Grünen Schule im Botanischen Garten ließen die Kinder exotische Düfte wie Pfeffer und Zimt schmecken und zeigten ihnen unter dem Mikroskop kleine Dinge, die plötzlich ganz groß wurden: den filigranen Stachel einer Biene oder die unerwartet schönen und vielfältigen Formen von Pollen. Zum Schmecken gab es Brote mit Petersiel oder Schnittlauch, die die Kinder selbst herrichteten.

Physik-Studierende des Instituts für Experimentalphysik erzeugten mit den Kindern „Klangfiguren“: Metallplatten, auf denen sich Sand befand, wurden in Schwingungen versetzt, entweder elektrisch durch einen Lautsprecher oder mechanisch mit einem Geigenbogen. Je nach Frequenz bildete der Sand überraschende geometrische Muster, beispielsweise eine Sonne mit Sonnenstrahlen.

 

Interesse wecken

„Die Kinder sind auffallend ruhiger als sonst“ so Karin Fuchs, die Projektleiterin vom Sonderpädagogischen Zentrum. „Sie genießen es richtig, so viel ausprobieren zu können! Uns ist es wichtig, ihr Interesse zu wecken.“ Begeisterung und Interesse bei Kindern und Jugendlichen wecken, das möchte auch die Junge Uni. Deshalb auch die gelungene Zusammenarbeit mit dem Sonderpädagogische Zentrum, das Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren betreut, die einen erhöhnten pädagogischen Förderbedarf benötigen.