Mathematik geht an die Schule - ein nicht alltägliches Projekt

Unter dem Motto „Mathematik geht zu den Schülern“ kam es am 24. und 25. Mai zur Begegnung zwischen SchülerInnen der 4. Klasse der Volksschule Axams und Studierenden und Lehrenden der Universität Innsbruck.
Ein begeisterter Jungforscher bei seiner Arbeit
Bild: Ein begeisterter Jungforscher bei seiner Arbeit

Prof. Norbert Netzer vom Institut für Mathematik und sein Team wollten gemeinsam mit zehn StudentInnen des Instituts den Schülerinnen und Schülern zeigen, dass Mathematik sehr spannend sein kann und auch in Alltagssituationen eine wichtige Rolle spielt. In zwei Tagen konnten sie in spielerischer Weise Freude am Entdecken, Ausprobieren, Begreifen und Verstehen gewinnen. Mit dieser Aktion konnte das Universitätsinstitut offen auf die SchülerInnen zugehen und dem Vorurteil entgegenwirken, dass Mathematik eine schwierige und trockene Disziplin sei.

 

Messen und Schätzen von Geschwindigkeit und Bremsweg war das Thema des ersten Tages. Dazu traf man sich beim Fahrtechnikzentrum des ÖAMTC am Zenzenhof. Für die Kinder gab es manche Überraschungen, wenn sie zunächst ihre Tipps abgaben und ihnen dann Betriebsleiter Markus Höllrigl mit seinem Fahrzeug demonstrierte, wo es beim Bremsmanöver tatsächlich stehen bleibt. Mit Staunen beobachteten die Kinder, dass bei der doppelten Geschwindigkeit der Bremsweg vier mal so lang wird und wie lange es dauert, bis das Fahrzeug auf einer simulierten Schneefahrbahn anhält. Von den Studierenden erfuhren sie dann, dass man alle diese Phänomene nicht nur schätzen und aus dem Bauch heraus beurteilen, sondern auch mit einfachen Mitteln berechnen kann. Dieses Thema stieß bei den Kindern auf großes Interesse und über die Mathematik hinaus wurde ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung geleistet, frei nach dem Motto: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“

 

Am zweiten Tag wurde die Veranstaltung in der Schule fortgesetzt. Mathematische Rätsel, Denksportaufgeben und mathematische Basteleien standen auf dem Programm. Die Kinder lernten, wie man Texte verschlüsselt und konnten so ihre eigene Geheimsprache entwickeln. Dann galt es, aus einem Gefäß mit 8 Liter Wasser die Hälfte herauszumessen, wobei je ein leeres Messgefäß mit 5 und 3 Liter zur Verfügung stand. Dass dies möglich ist, war für viele ein besonderes AHA-Erlebnis. Zum Staunen führte auch, dass man eine Fläche mit „nur einer Seite“ erhält, wenn man einen Papierstreifen um 180 Grad verwindet und an den Enden zusammenklebt. Besonders lustig wurde es dann, als diese auch Möbiusband genannte Fläche mehrfach der Länge nach auseinandergeschnitten wurde. Schließlich erlebten die Kinder, welche räumlichen Gebilde sich aus einfachen, ebenen Flächenstücken zusammen bauen lassen, vom Würfel über die Pyramide bis zum überdimensionalen Fußball.

 

Für alle Verantwortlichen und Beteiligten, von der Schulaufsicht  und der Schulleitung bis zu den Lehrpersonen und dem Projektteam war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Das Wichtigste aber ist, dass die Hauptakteure - die Kinder begeistert waren. Ein Mädchen drückte dies besonders nett aus. Auf die Frage, welche Wünsche sie an die Leute von der Universität hätten, antwortete sie: „Bitte besucht uns bald wieder!“