DIAMONT-Werkstattgespräch in Waidhofen an der Ybbs

Im Rahmen des EU-Projektes DIAMONT werden in fünf Ländern des Alpenraumes Werkstattgespräche durchgeführt. Das Projekt hat zum Ziel, die nachhaltige Regionalentwicklung und den Aufbau eines alpenweiten Informationsnetzwerkes voranzubringen.
Die Studierenden und Prof. Borsdorf in Waidhofen an der Ybbs
Bild: Die Studierenden und Prof. Borsdorf in Waidhofen an der Ybbs

DIAMONT ist ein Interreg IIIB Projekt und betrifft die Länder Slowenien, Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich. Für das Werkstattgespräch innerhalb Österreichs fuhren 13 Studierende der Universität Innsbruck Mitte Mai nach Waidhofen an der Ybbs. Die jungen AkademikerInnen hatten sich in einem zweisemestrigen Projektmodul am Institut für Geographie auf diese Tätigkeit vorbereitet und sich sowohl theoretisch u.a. mit Fragen nachhaltiger Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung und der EU-Regionalpolitik auseinandergesetzt, als auch praxisnah Instrumente und Methoden der Bürgerbeteiligung, Moderation und des Projektmanagements eingeübt.

 

Im Vorfeld der Werkstattgespräche wurden Indikatoren formuliert, die den Alpenraum abbilden sollten. Mit Hilfe dieser Indikatoren wurden alpenweit Daten aus den Statistiken der betroffenen Länder gesammelt, um ein objektives Bild des Alpenraumes zu gewinnen. Da Regionen mit vergleichbarer Raumentwicklung mit statistischen Daten allein nicht voneinander abzugrenzen sind, wurde mit Hilfe einer alpenweiten Bürgermeisterbefragung die ökologische, wirtschaftliche und soziale Lage der Gemeinden innerhalb des Alpenraumes aufgenommen. Dazu wurden alpenweit 5800 Fragebögen an die Gemeinden verschickt, die Rücklaufquote lag bei 22,5 %.

 

Innerhalb des Alpenraumes wurden zusätzlich Arbeitsmarktregionen definiert, deren Kernstadt mehr als 10000 Einwohner hat und mehr als 5000 Arbeitsplätze aufweist, sich durch einen positiven Pendlerstrom aus den Umlandgemeinden auszeichnet, sowie einen erhöhten Freiflächenverbrauch verzeichnen kann. In ausgewählten Arbeitsmarktregionen sollen nun die Bürger mit den erzielten Ergebnissen aus der Datenanalyse konfrontiert und deren Sicht aufgezeichnet werden. In einem weiteren Werkstattgespräch im Herbst werden alpenweit zusammengetragene Instrumente mögliche Lösungsvorschläge zu angesprochenen Problemen bieten können.

 

Eine der definierten Arbeitsmarktregionen ist Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich. Mit Hilfe des Bürgermeisters in Waidhofen an der Ybbs – Mag. Wolfgang Mair - konnten insgesamt 21 Politiker, Wirtschaftstreibenden und Vereinsmitglieder eingeladen werden, um über die Zukunft dieser Region zu diskutieren.

 

Im Workshop wurde vier Stunden lang intensiv diskutiert und dabei zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen, die in das von der Universität Innsbruck koordinierte EU-Projekt DIAMONT einfließen werden. „So etwas haben wir hier noch nie erlebt. Die jungen Tiroler waren hervorragend vorbereitet, und wir haben selbst viele neue Einsichten gewonnen!“, so ein Teilnehmer der Veranstaltung. Prof. Borsdorf, der das Werkstattgespräch moderierte, zog ein positives Resümee: „Praxisnahe Ausbildung ist ganz wichtig für die Berufschancen unserer Absolventen. In diesem Projektmodul haben die Studierenden viele Schlüsselqualifikationen erwerben können, die für ihren Lebensweg wichtig sind. Und dies nicht im Sandkastenspiel, sondern in der harten Wirklichkeit eines EU-Projektes.“