Eröffnung des neuen Kakteenhauses im Botanischen Garten

Seit 24. April 2007 kann der Botanische Garten mit einem weiteren Highlight auftrumpfen: Das neue Kakteenhaus bietet Platz für über 3.000 Kakteen. Zum Staunen bringen Raritäten wie der Rauschgiftkaktus (Lophophora) und eine Sammlung von über 300 Gymnocalycium Arten.
v.l.: Landtagspräsident Helmut Mader, Prof. Sigmar Bortenschlager, Rektor Manfried Gantner und Dr. Wolfgang Mader
Bild: v.l.: Landtagspräsident Helmut Mader, Prof. Sigmar Bortenschlager, Rektor Manfried Gantner und Dr. Wolfgang Mader

90 m² groß, ideal nach Süden ausgerichtet und mit mondernster Ausstattung – so präsentiert sich das neue Kakteenhaus. Platz finden in diesem über 3.000 Kakteen. Darunter auch jene Raritäten, die nach CITES beschlagnahmt werden. CITES - auch Washingtoner Artenschutzübereinkommen genannt - reguliert den internationalen Handel mit über 30.000 wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und Produkten dieser Arten. Im Rahmen dieses Abkommens ist der Botanische Garten erste Anlaufstelle für illegal ausgeführte und beschlagnahmte Kakteen.

 

„Das neue Kakteenhaus bietet ausgezeichnete Bedingungen für unsere Kakteen. Im Sommer steigt die Temperatur gut und gern auf über 40 °C an, die Kakteen sind dafür gebaut, etwas leidet dabei nur der Gärtner, der sich um seine Lieblinge kümmern muss“, so Prof. Sigmar Bortenschlager, Leiter des Instituts für Botanik. Neben den Sponsoren dankte Bortenschlager auch Herrn Franz Strigl aus Kufstein, der eine außerordentliche Kakteensammlung mit Raritäten zu Verfügung stellt.

 

Das Kakteenhaus wurde realisiert durch die Mithilfe zahlreicher Sponsoren - Universität Innsbruck, Land Tirol, Stadt Innsbruck, TIWAG, VIKING, Porr, Freunde des Botanischen Gartens - und des Personals des Instituts für Botanik.

 

Kakteen:

 

Kakteen zählen zu den besonders faszinierenden Pflanzen. Die Familie der Cactaceae hat ausschließlich sukkulente (=saftspeichernde) Vertreter. Ihre Verbreitung beschränkt sich auf den amerikanischen Kontinent, von Feuerland bis Kanada, von Meeresniveau bis in die höchsten Gebirgsregionen. So unterschiedlich die klimatischen Bedingungen an ihren Heimatstandorten sind, so unterschiedlich ist auch ihr Erscheinungsbild. Viele Kakteen tragen ein dichtes Dornenkleid (Dornen sind umgewandelte Blätter) nicht nur um ihren Wasservorrat gegen Fraßfeinde zu verteidigen, sondern auch zum Schutz vor Kälte (bis -20°) oder zu intensiver Sonneneinstrahlung. Einige wachsen im Schatten anderer Pflanzen in humosen Böden und benötigen reichlich Feuchtigkeit und permanent gemäßigte Temperaturen. Manche Arten haben sich sogar zu Epiphyten (Pflanzen die auf anderen Pflanzen wachsen und sich über Luftwurzeln ernähren) entwickelt und leben in luftigen Baumkronen.

 
Der Botanische Garten in Zahlen:

 

Die Attraktionen des Botanischen Gartens reichen von zehn temperierten Glashäusern über mehrere Schaugärten bis zum beliebten Duft- und Tastgarten. Die Gesamtfläche des Botanischen Gartens beträgt 20.000 Quadratmeter. Derzeit werden die verschiedenen Pflanzenarten im Botanischen Garten von 14 MitarbeiterInnen (davon vier Lehrlinge) und vier Freiwilligen gepflegt. Eingebunden in das Internationale Netzwerk pflegt der Botanische Garten der Universität Innsbruck regelmäßigen Kontakt zu 500 Gärten weltweit.