Zukunftsperspektiven für Laaser Marmor

Trotz seiner Einzigartigkeit fand Laaser Marmor bisher wenig Beachtung. Das könnte sich bald ändern, denn 40 Architekturstudierende der Universität Innsbruck suchten nach kreativen Ideen zur kulturellen und ökonomischen Nutzung des edlen Gesteins. Im Rahmen der Ausstellung „bianco“ präsentieren das Institut für Gestaltung.studio1 und die Gemeinde Laas die Ergebnisse der Arbeiten.
Marmorbruch
Bild: Marmorbruch

Der Laaser Marmor ist weltweit das bekannteste Exportgut Südtirols. Luxusherbergen in Manhattan, weltbekannte Kunstdenkmäler in Wien, Moscheen am Persischen Golf – sie alle wurden und werden durch die Verwendung des Marmors aus den Bergen veredelt. Seine Einzigartigkeit besteht dabei in seiner Reinheit und in seiner Härte. Trotz dieser weltweiten Bedeutung spielt der Laaser Marmor in Südtirol in kultureller und ökonomischer Hinsicht eine untergeordnete Rolle.Selbst in der Gemeinde Laas im Vinschgau wird trotz der großen Bergbautradition das Potential nur in geringem Ausmaß erkannt und genutzt. Auf Initiative der Gemeinde Laas soll sich dies in Zukunft ändern.

Ein Semester lang arbeiteten 40 Architekturstudierende der Universität Innsbruck an dem Wertschöpfungspotential des „Kulturgutes“ Laaser Marmors für Laas und die Region. Unter der Leitung der Universitätsdozenten Helmut Lanziner und Andreas Flora, sowie der tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde Laas und Architekt Siegfried Tappeiner,  suchten die Studenten nach kreativen Lösungen, wie der Marmor für den Ort und die Region ökonomisch und ideell die ihm zustehende Bedeutung erlangen kann. Dabei wurde einerseits das Potential für den Ort ausgelotet und zum anderen die Möglichkeit einer touristischen Nutzung des Marmorbruches und seiner Infrastrukturen angedacht.

Das Projekt war als „Ideenwerkstatt“ konzipiert und stellte Vernetzungen zwischen architektonischen Maßnahmen, wirtschaftlichen Überlegungen und kulturellen Wertvorstellungen her. Die zahlreichen Marmorverarbeitungsbauten und Transportanlagen aus der K.undK.- bzw. Zwischenkriegszeit, welche im Zuge des Abbaus, Transports und der Weiterverarbeitung des Marmors im Gemeindegebiet errichtet wurden, stellten das Grundkorsett aller architektonischen Überlegungen dar. Die Ideen gehen  von (zusätzlich zum Marmorabbau) neuen Nutzungsvorschlägen des Weißwasserbruchs, über Sanierungsvorschläge der Bringstruktur bis zu Reaktivierungen alter Ensembles wie beispielsweise das „Lechnerareal“.

 

Die Ergebnisse der Arbeiten werden im Rahmen der Austellung „Bianco - Entwurfsstudie zum Wertschöpfungspotential des Marmorabbaus für die Ortschaft Laas“ vom 23. März bis zum 9. April 2007 im Gasthof Krone in Laas ausgestellt.

Am 28.03. findet im Josefshaus in Laas eine Podiumsdiskussion über das Wertschöpfungspotential des Marmors für Laas statt. Teilnehmer sind u.a.  Landesrat Thomas Widmann, Andreas Tappeiner (Bürgermeister von Laas), Franz Waldner (Direktor der Marmorfachschule), Andreas Flora (Architekt / Universität Innsbruck); Moderation: Eberhard Daum (RAI-Bozen).

Die Publikation zur Ausstellung „bianco“  erscheint in der Science Life Reihe der University Press Innsbruck.