Irmengard Schöpf – Kosmopolitin und moderner Zeitgeist

Die Ausstellungseröffnung Irmengard Schöpfs am internationalen Frauentag lockte zahlreiche Kunstbegeisterte in den kleinen Ausstellungsraum des Instituts für Kunstgeschichte der LFU. Seit über 60 Jahren ist die gebürtige Vorarlbergerin als bildende Künstlerin tätig und machte dabei weder sich selbst noch ihre Ideale jemals am konventionellen Kunstbetrieb fest.
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Irmengard Schöpf freute sich über eine gelungene Ausstellungseröffnung.
Politische Themen und persönliche Einblicke

Der internationale Frauentag war ein gut gewähltes Datum für die Ausstellungseröffnung einer äußerst produktiven und eigenwilligen Künstlerin. Kuratorin Dr. Herta Pümpel bezeichnete  Irmengard Schöpf in ihrer Eröffnungsrede treffend als  „Kosmopolitin und modernen Zeitgeist“, in deren Arbeiten sich die „bewusste Auseinandersetzung und Reflexion mit ihrer Umwelt widerspiegelt“.

Beeinflusst durch ihre Lebensjahre in der Abgeschiedenheit Tansanias, greift Irmengard Schöpf in ihren Werken brisante frauenpolitische Themen wie das der rituellen Beschneidung  auf. Ihr Bild „Ohne Titel“, das 1989 entstand und ebendiese Problematik anspricht, befindet sich im Besitz der LFU Innsbruck und  ist Teil der  aktuellen Ausstellung.

Und ebenso ihr Bild „Rio“, das 1992 vor dem Hintergrund der Umweltkonferenz in Rio entstand, macht die  kritische Haltung des Freigeistes Irmengard Schöpf deutlich. Im Rahmen der Ausstellung werden auch der 7-teilige Bilderzyklus „Katharsis“ und neuere graphische Arbeiten der Künstlerin gezeigt. „ In den graphischen Arbeiten der letzten Jahre verdichtet die Künstlerin auf kleinen Blättern, in tagebuchähnlicher Form, ihre ureigensten Notizen und Anmerkungen. Die so entstandenen spontanen, oft mit schriftlichen Botschaften versehenen Blätter geben einen intimen Einblick in die bewegte Lebens- und Gedankenwelt der Künstlerin“, beschreibt Dr. Herta Pümpel die erstmals 2006 ausgestellten Werke.

 

Theorie und Praxis an einem Ort der Wissenschaft

Landesrat Erwin Koler, der nach Frau Pümpel das Wort ergriff, freute sich über so viel „Oberländer Präsenz“. Die Ausstellung Irmengard Schöpfs an der LFU Innsbruck charakterisiert für ihn die überaus wichtige Verbindung von Theorie und Praxis an einem Ort der Wissenschaft. Ohne Zweifel komme dieser Ausstellung im Kontext des Dreiecks „Kunst-Wissenschaft- Öffentlichkeit“ besondere Bedeutung zu.

 

Neuer Ausstellungsraum

Rektor Manfried Gantner  gratulierte Irmengard Schöpf zu ihrem Werk und fand bewundernde Worte für die Ausdrucksform der politischen Künstlerin. Aber auch der Ausstellungsraum war Thema des Abends. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll im Möller-Haus der GeiWi eine neue, für die Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung entstehen; der bestehende Raum soll gänzlich umgebaut werden. 3, 6 Millionen Euro Landesmittel und 1 Million Euro von der Stadt Innsbruck sind zugesichert worden. „Der Ausstellungsraum des Instituts für Kunstgeschichte, der über 100  Ausstellungen beherbergte, wird nun also bald untergehen, die Kunst Irmengard Schöpfs jedoch sicherlich nie“, schloss Rektor Gantner seine Rede.

 

Die Ausstellung „Irmengard Schöpf“ läuft noch bis 4. April 2007 von Montag-Freitag 10.00 -13.00  und 14.00-17.00 Uhr im Ausstellungsraum des Instituts für Kunstgeschichte.