3. Geotag der Artenvielfalt

Zwei Tage im Zeichen der Artenvielfalt – der 3. Geotag der Artenvielfalt lockte am Wochenende zahlreiche BesucherInnen aus Nah und Fern in die Schwemm bei Walchsee und ins Kaisergebirge.
Auf Insektenfang im Moor in der Schwemm bei Walchsee.
Bild: Auf Insektenfang im Moor in der Schwemm bei Walchsee.

Einmal im Jahr lädt die Plattform Artenvielfalt und das GEO-Magazin zur Expedition in die heimische Natur. Jede und jeder ist eingeladen, als ExpertIn oder interessierter Laie, die Biodiversität vor seiner Haustür unter die Lupe zu nehmen. Denn nur was man kennt und versteht, besitzt einen Wert und wird geachtet.

120 Experten

120 ExpertInnen, davon ca. 30 WissenschaftlerInnen der Universität Innsbruck, folgten am Freitag dem Aufruf des Organisationsteams der Plattform Artenvielfalt und trafen sich in der Schwemm bei Walchsee, dem größten Moorkomplex Nordtirols. Die Musikgruppe „Bluatschink“ sorgte am Abend für gute Stimmung und wünschte den Schmetterlings- und Fledermausforschern  „guten Fang für die Nacht!“ Am Samstag starteten BotanikerInnen, Flechten-, Pilz-, Ameisen-, Milben-, SchmetterlingsforscherInnen und VogelkundlerInnen ins Kaisertal und zum Brentenjoch. In 24 Stunden wurden an die 2.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten gesammelt. Die genaue Bestimmung der Arten erfolgt in den nächsten Wochen, die Ergebnisse werden in der Berichten des Naturwissenschaftlichen-Medizinischen Vereins der Fachwelt zugänglich gemacht.

Der grüne Regenwurm

Aber nicht nur Experten entdeckten Neues in der Natur, an beiden Tagen war auch für ein informatives Besucherprogramm gesorgt. In Kufstein trommelte die Percussion Band Mais Uma Naturinteressierte zusammen und führte sie wie die Rattenfänger von Hameln zu den 20 Erlebnisstationen der Straße der Artenvielfalt. Die Stationen der Grünen Schule der Universität Innsbruck, des WWF, der Umwelt- und Forstabteilung des Landes Tirol, der ÖBB, von Natopia, des Alpenzoos und des Alpenvereins brachten den zahlreichen BesucherInnen die Bedeutung der Artenvielfalt näher. Auch der ORF schloss sich der Aktion an und führte die beliebte „Tirol pur – einfach Naturwanderung“ ins Kaisergebirge. Als besonderer Fund wurde von ZoologInnen der Smaragdgrüne Regenwurm entdeckt, der aus dem Balkan stammt und dessen nördlichstes Verbreitungsgebiet das Kaisergebirge darstellt.

Der GEO-Tag der Artenvielfalt ist der größte Naturschutz-Event in Tirol. Er ist eine gelungene Verbindung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und inzwischen ein Fixtermin für Naturinteressierte. Es wird daran gedacht, den 4. GEO-Tag der Artenvielfalt im nächsten Jahr im Naturpark Ötztal und Forschungszentrum Obergurgl zu veranstalten.