Beeindruckende Zeugnisse über Naturgefahren und Katastrophen

Schicksalsgeschichten: Unter diesem Motto referierten kürzlich beim alpS-Forum Zeugen und Betroffene über ihre Erlebnisse mit Naturgefahren und -katastrophen. Am Podium diskutierten der langjährige frühere Landeshauptmann Alois Partl, Landwirtschaftsberater Peter Lehner und Sepp Praxmarer, seit über 50 Jahren Bergführer im Kaunertal.
v.l. Peter Lehner, Lothar Müller, Alois Partl, Josef Praxmarer.
Bild: v.l. Peter Lehner, Lothar Müller, Alois Partl, Josef Praxmarer.

Der Abend zeigte, wie wichtig persönliches Erleben und das Weitergeben existentieller Erfahrungen für Wissenschaft und Forschung sind. „Es war ein Eintauchen in persönliche Betroffenheit und in zum Teil nicht geschriebene Landesgeschichte“, so alpS-Geschäftsführer Eric Veulliet.


Überzeugende Erste Hilfe heilt viele Wunden

Ein Beispiel dafür lieferte der Wirtschaftsberater der Landwirtschaftskammer Peter Lehner. Durch ein sofortiges und gut durchdachtes Hilfskonzept der Gemeinde und die Unterstützung durch die Nachbarn konnte ein Hof nach einer Katastrophe gerettet werden. Die ursprüngliche Aufgabeabsicht wurde verhindert, nach etlichen Jahren spielte die Katastrophe in den Berichten kaum mehr eine Rolle.


Partl: Hilfsorganisationen als unschätzbares Gut unseres Landes

Ein hohes Lied über die Hilfsorganisationen und die ehrenamtliche Arbeit kam vom früheren LH und Ehrensenator der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Alois Partl. Er warnte davor, hier unüberlegte Einsparungsmaßnahmen zu setzen. Das „An-Ort-und-Stelle-sein“ sei ein zentrales Element der Motivation. Der Idealismus müsse auch materiell ausgestattet werden.


Auswanderungen wegen Naturkatastrophen - Beispiel Kaunertal

Es war eine lange Liste aufgelassener Landwirtschaften im 19. und auch noch 20.Jahrhundert, die Josef Praxmarer präsentierte. Der Grund: die Naturgefahren. Gleichzeitig zeigte er auf, zu welch großen Opfern die Bevölkerung und auch die Nachbarn bereit waren, wenn etwa aus der Schweiz in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts großzügige Spenden die Erhaltung der Wallfahrtskirche Kaltenbrunn ermöglichten.


Es dauert Jahre, bis das Vertrauen in die Sicherheit wieder da ist

So der Schluss des Inzinger Bürgermeisters Kurt Heel über die Folgen der Vermurung seines Ortes im Jahre 1969. Er plädiert dafür, das Wissen um die Gefahren konsequent an die jüngeren Generationen weiterzugeben.


Nicht alles ist technisch machbar - die Natur lässt sich nicht in Schranken verweisen

Bei allen wissenschaftlichen, organisatorischen und technischen Möglichkeiten unserer Zeit gibt es eine absolute Sicherheit vor Gefahren und Katastrophen auch unter optimalen Verhältnissen nicht.

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