Skandal an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Die Geschichte der Literatur ist auch eine Geschichte ihrer Skandale, eine solche Geschichte gilt es allerdings erst noch zu schreiben. Zum Thema der Problematisierung und Funktionalisierung von literarischen Texten in der Öffentlichkeit findet bis kommenden Samstag, den 18. März, an der LFU die Internationale Tagung „Literatur als Skandal“ statt.
Foto: Paul Flora
Bild: Paul Flora

Anlässlich der Eröffnung der Tagung Dienstag Abend referierte unter anderem Dr. Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg. Rund um die Frage „Wer treibt die Sau durchs Dorf“ analysierte er den Literaturskandal als Marketinginstrument.

 

Verstöße gegen Normen und Konventionen des gesellschaftlich Anerkannten

 

Dr. Moritz bezweifelte die These, Skandale in der Literatur seien per se geldbringende Marketinggags. „Zum einen lassen sich die meisten Skandale vorhersehen, zum anderen hat sich das Spektrum des Skandalösen gegenüber früheren Tagen deutlich verringert, nicht zuletzt, da die Tabugrenzen geringer geworden sind.“ Der bewusst inszenierte Affront, wie er im Theater vorkomme, lasse sich in der Literatur und im Buchgeschäft nicht analog wiederholen. „Die Öffentlichkeit lässt sich nicht mehr schockieren. Skandale verletzen heute keine Tabus mehr, außer sie täuschen eine Wirklichkeit vor“, so Dr. Moritz These.

 

Was macht den (Text zum) Skandal?

 

Die Tagung „Literatur als Skandal“ ist eine Veranstaltung des Instituts für Germanistik, des Innsbrucker Zeitungsarchivs, dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv und des Brenner-Forums. Bis einschließlich kommenden Samstag werden insgesamt über 60 Vortragende aus aller Welt den Zusammenhängen von Literatur und Skandal auf den Grund gehen.

Unterstützt wird die Tagung vom Land Tirol, dem Land Vorarlberg, dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, dem Vizerektorat für Forschung und der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät. Der Eintritt ist frei.