LFU Innsbruck lässt Frauen mit Sektempfang und Tulpen hoch leben

Die Gleichstellung von Frauen und Männern in Forschung, Lehre und Verwaltung ist ein zentrales Anliegen der Universitätsleitung. Sie bekennt sich nachdrücklich zur Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen. Anlässlich des internationalen Frauentags findet die Präsentationswoche feministischer und frauen/ genderspezifischer Diplomarbeiten und Dissertationen statt.
v.l. Dr. Sabine Engel, vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies, Vizerektor Martin Wieser und Mag. Elisabeth Grabner-Niel, ebenfalls vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies, feierten den Internationalen Frauentag.
Bild: v.l. Dr. Sabine Engel, vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies, Vizerektor Martin Wieser und Mag. Elisabeth Grabner-Niel, ebenfalls vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies, feierten den Internationalen Frauentag.

Der Internationale Frauentag, am 08.03.2006, stand an der LFU unter dem Motto: „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen: Sie bekommen nichts“ (Simone de Beauvoir). Der Internationale Frauentag geht auf die Arbeiterbewegung Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. „Man tut gut daran, im Jahr 2006 über die Frauenbewegung zu reflektieren und sich zu fragen, wo sie ihren Ausgangspunkt genommen hat“, betont Vizerektor Martin Wieser anlässlich des Sektempfangs zum Internationalen Frauentag organisiert vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies der LFU Innsbruck. „Im Vergleich zu den Bedürfnissen der Frauen damals und ihrer Rolle heute, hat sich erfreulicherweise viel getan. Trotzdem sind wir auch an der Universität noch nicht da, wo wir in diesem Bereich sein wollen. Im wissenschaftlichen Bereich sind Frauen immer noch österreichweit unterrepräsentiert“, erklärt Wieser. Umso erfreulicher ist es laut Wieser, dass der Anteil der Frauen an Professuren an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät sehr hoch ist.

365 Tage Gleichstellung von Frauen und Männern

Die Leiterin des Büros für Gleichstellung und Gender Studies, Dr. Sabine Engel, reflektierte in ihrer Begrüßung kritisch die Bedeutung des Internationalen Frauentages. Dieser solle nicht ein Tag sein, an dem wie am Muttertag mit Blumen, Geschenken und Reden 364 Tage einer ganz anderen Realität kaschiert werden, sondern ein Anlass, zu dem Frauen ihre Anliegen für alle 365 Tage des Jahres ausdrücklich zu Gehör bringen. Aber damit sei es natürlich nicht getan. Wichtiger erscheine ihr, dass diese Anliegen an den anderen 364 Tagen im Jahr immer wieder und Tag für Tag aufs Neue gelebt und vertreten würden. „Der Frauentag ist aber auch ein Anlass zum Feiern der Leistungen von Frauen und zum Feiern mit Frauen“, betont Engel.

 

„Maga gend. - Ausstellung feministischer und frauen-/geschlechtsspezifischer Diplomarbeiten und Dissertationen

Vom 1. März bis zum 10. März 2006 werden im Ausstellungsraum im GeiWi-Turm akademische Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Frauen-/Geschlechterforschung bzw. der Gender Studies als Poster und auch in mündlicher Form präsentiert. Ziel dieser Veranstaltung ist es, die große Vielfalt der unterschiedlichen Ansätze sowie der behandelten Fragestellungen deutlich sichtbar zu machen, die in den verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen unter der Perspektive der Frauen- und Geschlechterforschung von Studierenden in ihren Diplomarbeiten und Dissertationen behandelt werden.

Die Leiterin des Bereichs Gender Studies an der LFU, Mag.a Elisabeth Grabner-Niel stellte in ihrer Erläuterung zur Ausstellung die wissenschaftlichen Leistungen von Absolventinnen und jungen Nachwuchwissenschafterinnen der LFU vor. „Hier zeigt sich die große Bandbreite der Fachgebiete, in denen von Studentinnen im Rahmen ihrer akademischen Abschlussarbeiten Forschungsfragen unter der Geschlechterperspektive bearbeitet werden“, freut sich GRabner-Niel. Historische, pädagogische, psychologische, archäologische Diplomarbeiten und Dissertationen sind neben Arbeiten aus der Politikwissenschaft, der Soziologie, der Betriebswirtschaftslehre und der Theologie zu finden. „Es werden hier hoch theoretische und auch mehr an der Praxis orientierte Ergebnisse präsentiert. Gemeinsam ist ihnen, dass der Frage nach der jeweiligen Bedeutung des Geschlechts eine zentrale Bedeutung zukommt. So trägt die Frauen- und Geschlechterforschung auch dazu bei, den Anliegen nach Gleichstellung, die am Internationalen Frauentag im Mittelpunkt stehen, eine wissenschaftlich fundierte Basis zu geben“ erklärte sie.

Durch kurze eingespielte Statements betonen Tiroler und Innsbrucker frauenpolitisch tätige Einrichtungen die Bedeutung und die gesellschaftliche Relevanz von einschlägiger Forschung.

 

Bedeutung der Geschlechterforschung und Frauenbewegung

Die Geschlechterforschung geht von der grundlegenden These aus, dass die Gesellschaft entlang von Geschlecht strukturiert ist. Dabei wird kein fester Begriff von „Geschlecht“ vorausgesetzt, sondern es wird untersucht, welche Bedeutung ihm jeweils beigemessen wird und welche Auswirkungen er jeweils auf die Verteilung von z.B. politischer Macht, in den sozialen Strukturen oder auch bei der Produktion von Wissen etc. hat. Die Bedeutung und Relevanz der Frauenbewegung für unsere Gesellschaft ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt bei dieser Ausstellung. Deshalb legen in dieser Woche auch Autonome Frauengruppen und Fraueneinrichtungen in Statements dar, wie Frauen-/Geschlechterforschung und Gender Studies ihre Arbeit unterstützt und/oder was sie von Frauen/Geschlechterforschung erwarten.

 

Die Ausstellung wurde vom Interdisziplinären Archiv für feministische Dokumentation, dem Referat für Frauen und Gleichbehandlungsfragen der ÖH Innsbruck und vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies der LFU Innsbruck organisiert.