Nein, statt Ja und Amen

Unter diesem Titel fand am vergangenen Samstag in der Aula der SOWI eine Großveranstaltung für Humanismus und gegen Faschismus der Aktionistischen StudentInnenplattform D.I.S. statt.
Gestapo-Foto von Leopold Engleitner
Bild: Gestapo-Foto von Leopold Engleitner

Neben einem Vortrag des Konsulenten des US Holocaust Memorial Museum, Robert Buckley, mit dem Titel „Out of memory, conscience. Out of conscience, responsibility“ wurde die Großausstellung „Humanismus gegen Faschismus“ gezeigt. Die derzeit größte Ausstellung Westösterreichs zum Nationalsozialismus zieht auf 160 Tafeln zum Widerstand in Österreich, zu den Opfergruppen sowie zu den Folgen des Nationalsozialismus eine „Bilanz des Schreckens“.

 

100 Jahre ungebrochener Wille

 

Zudem wurde das Buch und die DVD „100 Jahre ungebrochener Wille“ zur Person Leopold Engleitner präsentiert. Engleiter, Jahrgang 1905, ist Österreichs ältester noch lebender KZ-Überlebender. Als Zeuge Jehovas blieb er auch im Angesicht von bis zum Tode reichender Repression seiner Überzeugung treu. „Ich habe mich immer bemüht, gerechte Grundsätze anzuwenden und die Rechte des anderen zu wahren. Deshalb hat mich niemand zwingen können, eine Waffe gegen einen Mitmenschen zu richten“, so Engleitner. Gemeinsam mit Autor Bernhard Rammerstorfer berichtete er in seinem Vortrag über seine Erlebnisse und die Verfolgung durch das Nazi-Regime.

 

„Der Widerstand der Österreicherinnnen und Österreicher zwischen 1938 und 1945 war eine wichtige Voraussetzung für die österreichische Demokratie. Dieser Widerstand wurde lange Zeit zu gering geschätzt. Leopold Engleitner, dessen Widerstand religiös motiviert war, vertrat konsequent seine Gesinnung, auch wenn er sich damit in Lebensgefahr begab und in Konzentrationslager interniert wurde“, so Prof. Anton Pelinka, Dekan der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie.