Neues Kompetenzzentrum eröffnet

Am gestrigen Abend fand die Auftaktveranstaltung zur Eröffnung des Comet-K1-Zentrums „alpS – Centre for Climate Change Adaptation Technologies“ im Congresspark Igls statt. In Anwesenheit von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wurde das neue Kompetenzzentrum vorgestellt.
v.l.: alpS-Geschäftsführer Eric Veulliet, Forschungsvizerektor Tilmann Märk, Landesrat Bernhard Tilg und Rektor Karlheinz Töchterle (Foto: alpS)
Bild: v.l.: alpS-Geschäftsführer Eric Veulliet, Forschungsvizerektor Tilmann Märk, Landesrat Bernhard Tilg und Rektor Karlheinz Töchterle (Foto: alpS)

Das zweite derartige Kompetenzzentrum in Tirol und im Westen Österreichs wird Strategien für die vom Klimawandel besonders stark betroffenen Gebirgsräume erarbeiten. Es bildet den strukturellen und inhaltlichen Rahmen für vorerst 19 Forschungsprojekte in den Teilbereichen GEO, HYDRO und BIO, die von rund 80 MitarbeiterInnen vorangetrieben werden. Gemeinsam mit 22 Wissenschafts- und über 50 Unternehmenspartnern werden Anpassungstechnologien und -strategien in den wesentlichen Teilbereichen unseres Lebens- und Wirtschaftsraumes entwickelt.

Breites Spektrum

Der Aufgabenbereich des neuen Kompetenzzentrums ist dabei sehr weit gefasst: Einerseits geht es darum, neue Schutzmechanismen gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Murenabgänge oder Stürme zu entwickeln. Andererseits sollen mit Hilfe intelligenter Gebäudetechnologien und der Optimierung erneuerbarer Energiequellen Anpassungen bei der Energiebereitstellung und Energienutzung entwickelt werden, die gleichzeitig dazu beitragen, Emissionen zu verringern und damit der Ursache für den Klimawandel zu begegnen. Im Vordergrund aber steht nicht nur die Nachhaltigkeit sondern auch die Vermarktbarkeit der entwickelten Lösungen, getreu dem Leitbild des Zentrums nicht nur die Risiken des Klimawandels zu minimieren, sondern auch seine Chancen in Wert zu setzen. Tirol und die Universität Innsbruck haben hier eine gewisse Vorreiterrolle übernommen, die es nun gilt auszubauen.

Tirol als Forschungslabor

Die Dringlichkeit, sich der vielfachen Herausforderungen des Klimawandels gerade in den besonders verletzlichen Gebirgsregionen zu stellen, wurde von Fördergebern und Politik richtig erkannt. So wird das alpS-Gesamtbudget von 18 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren mit 9 Millionen Euro durch die FFG wie auch durch die Länder Tirol und Vorarlberg kofinanziert. Dass Klimawandel-Anpassung durchaus Marktpotential hat, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Unternehmenspartner u.a. aus dem Ingenieurwesen, dem Finanz-, IT- und Tourismussektor, der Bauwirtschaft, Versorgung und Beratung auf die enge Zusammenarbeit mit der Forschung setzen. Die Vernetzung innerhalb der einzelnen Forschungsbereiche findet am heutigen Tag eine Fortsetzung, wenn ein alpS-interner wissenschaftlicher Workshop stattfinden wird. Mit Partnern aus Deutschland, Italien, Kanada, Liechtenstein, Nepal, Norwegen und der Schweiz kann alpS schon jetzt ein internationales Netzwerk aufweisen.

Reges Interesse

Das Interesse am neuen Kompetenzzentrum alpS und seinen Forschungsansätzen war sehr groß. Der Rektor der Universität Innsbruck Karlheinz Töchterle und Vizerektor Tilmann Märk konnten gemeinsam mit Landesrat Bernhard Tilg und dem Vertreter der beteiligten Bundesministerien Rupert Pichler zirka 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßen. Sie alle ließen sich von den beiden alpS-Zentrumsmanagern Hans Stötter und Eric Veulliet in die interessanten Aspekte des alpS-Forschungsprogramms einweihen. Rolf Weingartner, Professor für Hydrologie an der Universität Bern, betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit der Klimafolgen- und Gebirgsforschung und begründete das damit, dass sich vor allem die Forschungsmodelle aus dem Alpenraum auch sehr gut auf andere Bergregionen dieser Welt anwenden lassen. In diesen Bergregionen oder deren Vorland leben immerhin 26 Prozent der Weltbevölkerung. „Gebirgsforschung ist Zukunftsforschung und daher lohnt es sich hier zu investieren“, erklärte Weingartner, „Innsbruck hat diese große Herausforderung angenommen und baut damit auf eine lange Tradition auf.“

(ip)