Musik für ein besseres Miteinander

Unter der Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude hat das Freie Musikzentrum München ein umfangreiches Pilotprojekt zur Gewaltprävention und Integrationsförderung an Hauptschulen durchgeführt. Die wissenschaftliche Evaluation wurde von Dr. Arthur Drexler vom Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung durchgeführt.
Arthur Drexler
Bild: Arthur Drexler

Gemeinsam mit der Diplomandin Gabriele Ferdig und in Zusammenarbeit mit ComPetto Gesundheitscoaching & Bildungsmanagement begleitete und evaluierte Arthur Drexler die Interventionen aus wissenschaftlicher Sicht. Kern des Projekts waren zwei strukturierte Musikwochen in ersten Klassen von Hauptschulen, in denen die SchülerInnen und Lehrkräfte unter der Regie von MusiktherapeutInnen gemeinsam mit Rhythmusinstrumenten musizierten. „Durch diese Inszenierungen wurden soziale Kompetenzen der SchülerInnen erkennbar, Lernprozesse initiiert und Konfliktsituationen spielerisch bearbeitet“, beschreibt Arthur Drexler die angestrebten Effekte. TherapeutInnen und LehrerInnen wurden in der Zeit supervisorisch begleitet. Die Interventionen gipfelten in einer gemeinsamen Aufführung vor Publikum jeweils am Ende jeder Projektwoche.

 

Zur Überprüfung der erwarteten Effekte wurde ein multimethodisches Kontrollgruppendesign mit mehreren Messzeitpunkten konzipiert. SchülerInnen, LehrerInnen und TrainerInnen lieferten letztlich über 30.000 qualitative und quantitative Daten, die trotz der Komplexität der Einflüsse im Schulalltag Aussagen über die Wirkungen der Maßnahmen ermöglichten.

 

Das Pilotprojekt konnte inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden. „Die Ergebnisse zeigen zum Teil heterogene Befunde, die darauf hinweisen, dass die Wirkungen auch stark von den Rahmenbedingungen wie „Führungsstil“ der Lehrkraft, Stellenwert von Musik im Regelunterricht, Geschlechterverhältnis der SchülerInnen oder vorhandene Basiskompetenzen am Beginn der Projektwochen abhängen“, erklärt Drexler die Ergebnisse.

 

„Aus wissenschaftlicher Sicht wäre es wünschenswert, dass weitere Folgeprojekte an diese Pilotstudie anschließen, damit die nun aufgeworfenen Fragen explizit untersucht und das Angebot optimiert werden können“, so Drexler, der die Ergebnisse mit den beteiligten Partnern am 13. April vor Vertretern aus Schule und Politik im Freien Musikzentrum München präsentierte. Ein Folgeprojekt wurde von Dr. Drexler auch im Rahmen von Sparkling Science beantragt.

(ip)