Asche ist ein brennendes Thema

Rund 100 WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt trafen sich kürzlich auf Einladung von Prof. Heribert Insam und seiner Arbeitsgruppe vom Institut für Mikrobiologie, um die nachhaltige Verwertung von Holzasche zu diskutieren. Holzasche ist unter bestimmten Voraussetzungen ein optimales Düngemittel. Ihr nachhaltiger Einsatz könnte künftig kostspielige Entsorgungsmaßnahmen sparen.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist Asche ein optimales Düngemittel. {Foto: Martin Seewald}
Bild: Unter bestimmten Voraussetzungen ist Asche ein optimales Düngemittel. {Foto: Martin Seewald}

Dass Holzasche ein brennendes Thema ist, zeigen allein schon die weit über 100.000 Tonnen Asche, die aus der heimischen Biomasseverbrennung anfallen und zum Großteil teuer deponiert werden müssen. Die Deponierung kostet derzeit mehr als 60 Euro pro Tonne – Tendenz steigend. „Das Interesse der Wirtschaft an neuen Verwertungsmöglichkeiten von Holzasche ist groß“, schildert Prof. Heribert Insam vom Institut für Mikrobiologie, der auch das K-Regio Zentrum BioTreaT für biologische Behandlungs- und Recycling-Technologien leitet. „Im Rahmen von BioTreaT arbeiten wir mit zahlreichen Tiroler Unternehmen zusammen, die unsere Forschungsarbeit zur sinnvollen Wiederverwertung von Asche unterstützen“, so Insam. – BioTreaT möchte durch Forschung und Entwicklung dazu beitragen, den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix zu erhöhen, die Prozesse wirtschaftlicher zu gestalten und die lokalen Stoffkreisläufe zu schließen. In drei der vier Arbeitspakete von BioTreaT geht es um die Weiterentwicklung von Biogasanlagen sowie um den Aufbau eines Beratungsnetzwerkes für Biogasanlagenbetreiber. Das Arbeitspaket Holzasche untersucht die nachhaltige Verwertung von Holzasche aus der Biomasseverbrennung als Dünger bzw. als Bodenhilfsstoff.

 

Düngen statt deponieren

 

Innovative Einsatzmöglichkeiten von Asche und aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema standen auch auf dem Programm der internationalen Tagung, die von der Arbeitsgruppe um Prof. Insam organisiert wurde und am 22. und 23. März in den Räumlichkeiten der Villa Blank stattfand.

Themenschwerpunkte waren vor allem der Einsatz von Holzasche als Dünger, der Austausch von Informationen zu aktuellen Richtlinien und internationale Programme über die Verwertung von Holzasche. Die Kombination von Holzasche mit Komposten und anaeroben Schlämme sowie die Verwendung von Holzasche im Wald waren dabei von besonderer Relevanz für Österreich. Grundlage für diese Anwendungen sind Aschen aus unbehandelten Hölzern, die sehr niedrige Schadstofffrachten aufweisen und bei einer kontrollierten Ausbringung im Sinne der Kreislaufwirtschaft eine optimale Verwertung zugeführt werden. Für besonders wichtig halten es die Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft, dass europaweit gültige Qualitätsstandards eingeführt werden. Aus ökologischer Sicht wird davon ausgegangen, dass schadstoffarme Aschen, entsprechend aufbereitet und mit Stickstoffträger ergänzt, hervorragende Düngemittel darstellen würden. Zukünftige Projekte wurden angedacht und sollen in internationalen Kooperationen umgesetzt werden.

 

BioTreaT – gemeinsam nachhaltig

 

Die Universität Innsbruck widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien mit großem Engagement, unter anderem auch im Rahmen des Forschungszentrums Umweltforschung und Biotechnologie. Fördergeber von BioTreaT ist die Tiroler Zukunftsstiftung. Neben den wissenschaftlichen Partnern, Universität Innsbruck und Landwirtschaftliches Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein, wird das Holzascheprojekt in BioTreaT von zahlreichen heimischen Unternehmen wie z.B. TIWAG, Binderholz, DAKA, i.n.n.-ingenieurgesellschaft, Bioenergie Tirol, Energie Tirol, Skiliftzentrum Gerlos und die Fügen Bergbahnen getragen.

 

(ef/ip)

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