Auszeichnung für FFG-Projekt zur Bodenverdichtung

Das FFG-Projekt „Dynamische Bodenverdichtung mit dem Impulsverdichter“, das der Arbeitsbereich für Angewandte Mechanik am Institut für Grundlagen der Bauingenieurwissenschaften gemeinsam mit zwei Partnern aus der Wirtschaft durchführt, wurde kürzlich beim BRA.IN Day 2009 der FFG als best-practice-Beispiel im Bereich Bauwirtschaft ausgezeichnet.
Der Impulsverdichter stellt eine Innovation im Bereich der mitteltiefen Bodenverdichtung dar.
Bild: Der Impulsverdichter stellt eine Innovation im Bereich der mitteltiefen Bodenverdichtung dar.

Die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) initiierte 2006 die Brancheninitiative BRA.IN, um die Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich Bauwirtschaft zu fördern. Insgesamt nahmen in der dreijährigen Laufzeit 476 Organisationen an genehmigten Projekten teil. Im Rahmen einer Bilanzveranstaltung – dem BRA.IN Day 2009 – wurde aus diesen Organisationen der Arbeitsbereich für Angewandte Mechanik am Institut für Grundlagen der Bauingenieurwissenschaften  als wissenschaftlicher Partner des Projekts „Dynamische Bodenverdichtung mit dem Impulsverdichter“ für eine Auszeichnung ausgewählt.

 

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Auch wenn diese an die wissenschaftliche Einrichtung vergeben wurde, tragen auch unsere Partner aus der Wirtschaft TERRA-MIX Bodenstabilisierungs GmbH und Geotechnik Adam ZT GmbH wesentlich zum Erfolg unseres Projektes bei“, so Prof. Christoph Adam, der Leiter des Arbeitsbereiches für Angewandte Mechanik am Institut für Grundlagen der Bauingenieurwissenschaften.

 

Innovation im Bereich der Bodenverdichtung

 Das im Januar 2007 im Rahmen der FFG-Brancheninitiative BRA.IN gestartete Projekt beschäftigt sich mit der theoretischen und angewandten Untersuchung eines sogenannten Impulsverdichters. Setzungsempfindlicher Untergrund und Böden mit geringer Tragfähigkeit machen es vor allem für größere Bauvorhaben oft notwendig, den Boden zu verdichten, um die entsprechende Tragfähigkeit zu gewährleisten und Setzungen des Untergrundes vorzubeugen. Zu diesem Zweck wurde der Impulsverdichter entwickelt und von der Firma TERRA-MIX Bodenstabilisierungs GmbH angekauft. „Der Impulsverdichter ist de facto ein Prototyp. Es ist das erste Gerät dieser Art, das in Mitteleuropa zum Einsatz kommt und stellt eine Innovation im Bereich der mitteltiefen Bodenverdichtung dar“, erklärt Adam. Bis dato waren nur Verdichtungswalzen, die bis circa 0,5 Meter Tiefe wirken oder die sogenannte Dynamische Intensivverdichtung mit einer Tiefenwirkung von bis zu 14 Metern im Einsatz. „Da das Gerät die Technologie eines hydraulischen Schlaghammers nutzt, sind 40 kontrollierte Schläge pro Minute möglich. Dadurch kann der Boden bis zu einer Tiefe von 4,5 – 7 Meter verdichtet werden“, so Adam. Um nun diesen Prototypen umfassend zu testen und seine optimale Nutzung auch auf eine theoretische Basis zu stellen, wurde 2007 das FFG-Projekt „Dynamische Bodenverdichtung mit dem Impulsverdichter“ gestartet.

 

Theoretische Basis

Als wissenschaftlicher Partner des Projekts war der Arbeitsbereich für Angewandte Mechanik für den theoretischen Teil der Untersuchungen zuständig. Prof. Adam und sein Mitarbeiter Dipl.-Ing. Franz-Josef Falkner führten dazu Computersimulationen der impulsförmigen Verdichtungswirkung beziehungsweise des Energieeintrages und der Wellenabstrahlung durch. „Diese Simulationen waren notwendig, um das Einsatzspektrum des Geräts zu definieren. Aufgrund der Simulation der Wellenabstrahlung können wir zum Beispiel einschätzen, in welchen Umkreis Gebäude aufgrund der Erschütterungen gefährdet wären“, so Adam. Ergänzt wurde diese Simulationen durch experimentelle Versuche auf verschiedenen Böden und Schichtaufbauten, die von der Firma Geotechnik Adam ZT GmbH beispielsweise beim Neubau der Donaubrücke Traismauer sowie bei der Sanierung der Hochwasserschutzdämme am Kamp durchgeführt wurden.

(sr)