Projekt „Psychiatrische Landschaften“ präsentierte erste Ergebnisse

Im Rahmen der vom Psychiatrischen Krankenhaus des Landes Tirol und der Projektgruppe „Psychiatrische Landschaften“ an den Instituten für Geschichte und Ethnologie sowie Erziehungswissenschaften an der UMIT veranstalteten Tagung „Geschichte der Psychiatrie“ Anfang Oktober wurden die ersten Ergebnisse des auf drei Jahre angelegten Interreg IV Projekts präsentiert.
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Bild: "Präsentation der InterregIV-Projektgruppe "Psychiatrische Landschaften", Ass. Prof. Dr. Hermann Kuprian (Institut für Geschichte und Ethnologie) und Ass. Prof. Dr. Michaela Ralser (Institut für Erziehungswissenschaften), Leopold-Franzens-Universität Innsbruck; Foto: Angela Grießenböck

Ziel des Projekts „Psychiatrische Landschaften. Die Psychiatrie und ihre Patientinnen und Patienten im historischen Raum Tirol – Südtirol von 1830 bis zur Gegenwart/L ´assistenza psichiatrica istituzionale e territoriale nell´area del Tirolo storico (secoli XIX-XXI)“ ist es, die  wechselvolle und – wie neuere Forschungen zeigen – vielfach miteinander verwobene Psychiatriegeschichte der beiden Länder  zu erforschen. Diese reicht von der Gründung der k.k. Irrenanstalt Hall in Tirol 1830 über die 1882 gegründete Anstalt Pergine/ Trentino sowie die  1891 gegründete neurologisch-psychiatrische Klinik in Innsbruck  bis zu den gesetzlichen Veränderungen der psychiatrischen Landschaften Italiens und Österreichs am Ende des 20. Jahrhunderts.

 
Historisches Archiv als Lern- und Gedenkort

Die ProjektmitarbeiterInnen Sabine Mirrione und Oliver Seifert sowie Michaela Ralser vom Leitungsteam präsentierten bei der Tagung in Anwesenheit des ärztlichen Direktors Prim. Christian Haring sowie des Pflegedirektors Franz Hoppichler ein Konzept für einen Lern- und Gedenkort im psychiatrischen Krankenhaus Hall i. T. Das Rahmenkonzept versteht sich als Grundlage und fundierte Ideensammlung für eine Erweiterung des bestehenden historischen Archivs zu einem für verschiedene Zielgruppen (PatientInnen, Angehörige von PatientInnen, Personal des Psychiatrischen Krankenhauses, Kinder und Jugendliche, historisch Forschende…) offenen Forschungs-, Lern- und Gedenkort. Die Umsetzung des Konzepts soll Auseinandersetzung, Begegnung und Diskussion zu historischen und gegenwärtigen Psychiatrien ermöglichen und einen Raum für Forschung eröffnen.

 

Open Source Dokumentation

Als weiteres Projektergebnis konnten die ProjektmitarbeiterInnen Andreas Oberhofer und Angela Grießenböck die in vielen Arbeitsstunden erstellte Open Source Dokumentation vorstellen –  eine Projekthomepage, die die Geschichte der psychiatrischen Versorgung in Tirol, aber auch in der Habsburgermonarchie seit dem Ende des 18. Jahrhunderts erstmals für eine breite Öffentlichkeit aufbereitet. „Die Internetseite des Projekts kann ab sofort besucht werden, Anregungen und Kritik nehmen wir gerne entgegen“, freut sich Projektteam bestehend aus  Elisabeth Dietrich-Daum, Hermann Kuprian, Maria Heidegger, Michaela Ralser, Elena Taddei, Siglinde Clementi, Oliver Seifert, Sabine Mirrione, Andreas Oberhofer und Angela Grießenböck.

(ip)