Gemeinsam für die Biowissenschaften

Das Centrum für Molekulare Biowissenschaften (CMBI) der Universität Innsbruck und das Biozentrum der Medizinischen Universität veranstalteten am vergangenen Wochenende gemeinsam das ‚1. Life Science Meeting Innsbruck’ in Igls. Mit dieser Initiative sollten bereits bestehende gemeinsame Forschungsinteressen gestärkt und neue Ideen für künftige innovative Kooperationen geschaffen werden.
Gemeinsamkeit signalisierten Rektor Karlheinz Töchterle und Vizerektor Tilmann Märk mit dem designierten Forschungsvizerektor der Medizinischen Universität, Günther Sperk, und den Organisatoren der Life Science Tagung, Jörg Striessnig und Lukas Huber.
Bild: Gemeinsamkeit signalisierten Rektor Karlheinz Töchterle und Vizerektor Tilmann Märk mit dem designierten Forschungsvizerektor der Medizinischen Universität, Günther Sperk, und den Organisatoren der Life Science Tagung, Jörg Striessnig und Lukas Huber.

Der Forschungs- und Wissenschaftsstandort Innsbruck erhält durch den Neubau Chemie, Pharmazie und Theoretische Medizin am Innrain in den kommenden Jahren die einzigartige Chance, sich national noch besser zu positionieren und international sichtbarer zu werden. Schon im Vorfeld ist es das Ziel der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die künftige erfolgreiche Nachbarschaft bereits jetzt zu vertiefen. „Das 1. Life Science Meeting Innsbruck stellt daher für die WissenschaftlerInnen beider Universitäten nicht nur eine interessante Plattform für den gegenseitigen wissenschaftlichen Austausch dar, es ist auch ein kräftiges Lebenszeichen vieler bereits existierender gemeinsamer Forschungsaktivitäten, wie zum Beispiel der Spezialforschungsbereich (SFB) ‘Zellproliferation und Zelltod in Tumoren‘, das Internationale Doktoratsprogramm ‘Molekulare Zellbiologie und Onkologie (MCBO)‘, die Technologieplattformen innerhalb des GEN‐AU Programms oder das Kompetenzzentrum ONCOTYROL, um nur einige zu nennen“, erklärte Prof. Lukas Huber, Leiter des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck.

 

Die Region stärken

Auch die österreichische Forschungslandschaft befindet sich im Umbruch. Die öffentlichen Mittel werden knapper und nur mehr sehr wettbewerbsorientiert vergeben. Internationale Forschung bewegt sich deutlich in die Richtung multidisziplinärer und technologisch breit angelegter Forschungsplattformen, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinenzusammenarbeiten und synergetisch forschen. Deshalb ist der gemeinsame Neubau am Innrain von enormer strategischer Bedeutung für Tirol. „Hier trifft die Biologie auf Chemie und Pharmazie. Die verstärkte Möglichkeit zu interdisziplinärer Forschung wird uns dabei helfen, molekulare Prozesse im Organismus und damit auch Krankheiten besser verstehen zu lernen und entsprechende Möglichkeiten eröffnen, diese Erkenntnisse diagnostisch und therapeutisch nützen zu können“, so der Leiter des CMBI der Universität Innsbruck, Prof. Jörg Striessnig. Die enge Verflechtung dieser verschiedenen Expertisen beider Innsbrucker Universitäten wird einen international sichtbaren und wettbewerbsfähigen Forschungscluster schaffen, der den Forschungsstandort Tirol langfristig stärken wird. Davon werden Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen profitieren und Tirol auf der internationalen Landkarte der Spitzenforschung etablieren.

 

International vernetzt

Beim „1. Life Science Meeting Innsbruck“ haben junge Forscherinnen und Forscher beider Zentren ihre neuesten Erkenntnisse vorgestellt und gemeinsam mit arrivierten Kolleginnen und Kollegen diskutiert. Internationale Experten haben diese Diskussionen angereichert: So berichtete gleich zu Beginn Prof. Dirk Trauner von der Universität München (LMU) über seine Arbeiten, bei denen er die Welt der synthetischen Chemie mit jener der Neurobiologie verknüpft, um so Krankheiten besser verstehen und heilen zu können. Prof. Didier Stainier, Entwicklungsbiologe an der University of California, berichtete über seine Erkenntnisse zur Entwicklung des Herzens. Er verwendet Zebrafische als Modell, weil diese durchsichtig sind und ihr Herz daher mikroskopisch und mit genetischen Methoden untersucht werden kann. Prof. Wolfgang Baumeister vom Max-Planck-Institut in München referierte schließlich über die Struktur von Eiweißmolekülen und von „Maschinen“, die von diesen Molekülen in Zellen gebildet werden. Dabei hat er neueste elektronenmikroskopische Verfahren vorgestellt, die diese zellinternen Vorgänge erstmals sichtbar machen.

Zum Abschluss der Tagung wurden am Samstagmittag die Poster Awards vergeben: Die ersten Preise ging an Marie-Kristin Eder vom Institut für Zoologie (CMBI) und Valerie Podhraski von der Sektion für Molekularbiologie (Biozentrum), die zweiten Preise erhielten Ulrike Rieder vom Institut für Organische Chemie (CMBI) und Cornelia Wandke von der Sektion für Molekulare Pathophysiologie (Biozentrum)

 

(cf)