Forschungsprojekt bestätigt positive Effekte der Höhenluft

Eine Forschungsgruppe bestehend aus Ärzten und WissenschaftlerInnen aus Tirol, Italien und Moskau erzielten kürzlich interessante Ergebnisse bei Tests zur möglichen Behandlung der obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).
Einige der Wissenschaftler aus der Internationalen Forschungsgruppe
Bild: Einige der Wissenschaftler aus der Internationalen Forschungsgruppe

Rund 10% der Bevölkerung sind von der Krankheit „Chronische obstruktive Lungenerkrankung“ (COPD) betroffen. Da die Krankheit in den meisten Fällen durch Rauchen entsteht, wird sie umgangssprachlich sehr häufig als  "Raucherlunge" bezeichnet. Wie schon aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich bei der COPD um eine chronische, also lang andauernde Erkrankung. "Obstruktion" wiederum bedeutet, dass eine Behinderung des Atemstromes vorliegt. Diese stellt für den Patienten das eigentliche Problem dar, weil sie - vor allem bei körperlicher Belastung - Atemnot nach sich zieht.

 

„Atemnot, besonders bei körperlicher Aktivität, führt zur Abnahme der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Neben Medikamenten ist es gerade die regelmäßige Bewegung, die eine Besserung unterstützen kann. Es wurde aber auch vermutet, dass kurze  wiederholte Höhenaufenthalte therapeutisch effektiv sind“, erklärt Prof. Martin Burtscher vom Institut für Sportwissenschaften der Uni Innsbruck.  Gemeinsam mit einer Gruppe von Ärzten und WissenschafterInnen aus Tirol, Italien (Pavia) und Moskau überprüfte er diese Vermutung im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts.  

 

Doppelblindstudie

Dazu wurden 18 Personen mit leichter COPD über einen Zeitraum von  drei Wochen  täglich etwa eine  Stunde wiederholten simulierten Höhenaufenthalten  ausgesetzt. Die Untersuchung wurde als sogenannte „kontrollierte Doppelblindstudie“ vorgenommen. Das heißt, dass auch eine Kontrollgruppe ohne simulierte Höhenaufenthalte untersucht wurde, aber keiner der Beteiligten wusste, welcher Gruppe er angehört.  Anhand verschiedener Vor- und Nachuntersuchungen, besonders zur Überprüfung der Belastungsverträglichkeit, wurden die Auswirkungen der Höhenaufenthalte gemessen. „Es zeigte sich, dass jene Gruppe, die höhenexponiert wurde, nach der dreiwöchigen Exposition eine bessere Belastungstoleranz aufwies. Eine Verbesserung der Herzkreislauf- und Atmungsregulation bei körperlicher Belastung konnte gezeigt werden“, erläutert Burtscher das Ergebnis der Studie.  Durch die Durchführung als Doppelblindstudie kann die Verbesserung des Zustandes der Testpersonen allein durch das regelmäßige Training im Rahmen der Tests ausgeschlossen werden.

 

Geringe Kosten

Das Projekt konnte mit relativ geringen Mitteln und durch die finanzielle  Unterstützung durch die Universität Innsbruck und die Firma Swarovski, vor allem aber durch den großen Enthusiasmus der beteiligten Forscher und Forscherinnen durchgeführt werden. Drei Veröffentlichungen in namhaften wissenschaftlichen Zeitschriften (European Respiratory Journal, Journal of Hypertension, Respiratory Physiology & Neurobiology) sind bereits erschienen. In weiterer Folge will man verstärkt an der möglichen Umsetzung zum Nutzen der Betroffenen arbeiten.

 (sr)