Wenn Technologien kommunizieren lernen

Die Innsbrucker Informatikerin und Leiterin der Forschungsgruppe Quality Engineering, Prof. Ruth Breu, forscht an der Entwicklung und Verbesserung von Serviceorientierten Systemen. Im Februar startete ein europaweites Projekt, in dem die Forschungsgruppe gemeinsam mit 12 Partnern an der Verbesserung des Sicherheitsmanagements dieser hochdynamischen Systeme arbeitet.
Serviceorientierte Systeme sollen die Kommunikation in der Zukunft wesentlich effizienter machen.
Bild: Serviceorientierte Systeme sollen die Kommunikation in der Zukunft wesentlich effizienter machen

„Wir stehen derzeit vor einem neuen Technologiesprung, den man mit dem der Einführung des Internets vergleichen könnte“, erklärt Prof. Ruth Breu, die am Institut für Informatik der Uni Innsbruck die Forschungsgruppe Quality Engineering leitet. Mit der Einführung der sogenannten Serviceorientierten Systeme werden künftig neue Anwendungen wie beispielsweise die Einführung einer verteilten elektronischen Gesundheitsakte oder ein Verkehrsmanagement, bei dem die einzelnen Fahrzeuge miteinander kommunizieren, möglich sein.

 

Hohe Sicherheitsanforderungen

„Der wesentliche Unterschied zu bisherigen Technologien liegt darin, dass im Rahmen dieser neuen Plattformen Anwendungen systematisch hergestellt werden können, bei denen die Systeme automatisch miteinander kommunizieren“, beschreibt die Informatikerin. Diese Technologie soll neue Arten der Kooperation ermöglichen und so einzelne Abläufe wesentlich effizienter machen. Aufgrund des Austauschs von möglicherweise kritischen Daten, muss das Vertrauen in diese Systeme äußerst groß sein.  „Im Kleinen ist technisch bereits sehr viel möglich – Unsere Aufgabe liegt nun darin, die hohen Anforderungen an die Qualität und Sicherheit dieser Systeme in Bezug auf die große Zahl von Endnutzern zu gewährleisten“, so die Informatikerin. Im EU-weiten Projekt Secure Change arbeitet die Innsbrucker Forschungsgruppe von Ruth Breu nun gemeinsam mit der Thales Group oder dem spanischen Telekommunikationsunternehmen Telefonica an der Verbesserung der Sicherheit in Serviceorientierten Systemen.  Die Arbeit der Wissenschaftler in diesem Prozess vergleicht Breu mit der eines Werkzeugmachers. „Wir liefern die Werkzeuge, damit die Industrie die Systeme und Plattformen entwickeln kann“, so Breu.

 

Elektronische Gesundheitsakte

Im Rahmen von verschiedenen weiteren Forschungsprojekten und –kooperationen  erforschen die Wissenschaftler in Breus Forschungsgruppe auch den Einsatz Serviceorientierter Systeme im Gesundheitsbereich. So wird es künftig dank der neuen Technologie nicht nur möglich sein, dass die verschiedenen Ärzte und Krankenhäuser wechselseitig – natürlich immer mit Zustimmung des Patienten – auf Patientendaten zugreifen können.  Auch mobile Geräte zur Überwachung der Gesundheit des Patienten werden dank dieser Technologie möglich. „In diesem besonders sensiblen Bereich spielt die Qualität eine große Rolle: Zum einen gilt es die Daten der Patienten entsprechend zu schützen, andererseits müssen die Systeme absolut zuverlässig sein, da Menschenleben von diesen Systemen abhängen“, beschreibt Breu die Ausgangslage und erklärt weiter: „Serviceorientierte Systeme ermöglichen beispielsweise eine mobile Überwachung des Blutzuckerspiegels, bei der das Krankenhaus bei einer ungünstigen Entwicklung automatisch alarmiert wird. Dass dieses System absolut zuverlässig sein muss, liegt dabei auf der Hand.“

(sr)

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