FameLab: Von Schnapsmotor und Prostata

Aufgespießte Prostataäpfel, schnapsbetriebene Wasserstoffautos und Gene in Eierkartons brachten am Freitag drei Teilnehmern bei der Vorausscheidung in Innsbruck den Einzug ins Finale von FameLab Austria 2009. Der Wettbewerb für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler will neue Talente der Wissenschaftskommunikation aufspüren.
Werner Stadlmayr, Ilka Prowotke und Martin Puhr (v.l.) nehmen am Finale in Wien teil.
Bild: Werner Stadlmayr, Ilka Prowotke und Martin Puhr (v.l.) nehmen am Finale in Wien teil.

Am vergangenen Freitag stellten sich in Innsbruck acht Kandidatinnen und Kandidaten einer fünfköpfigen Jury bestehend aus Journalisten, Forschungsförderern und Wissenschaftsvermittlern. In jeweils drei Minuten mussten sie möglichst anschaulich und verständlich ihre aktuellen Forschungsprojekte präsentieren. Statt Powerpoint-Folien war Phantasie gefragt, denn es durften nur einzelne Gegenstände mit auf die Bühne gebracht werden. Nach zwei Runden setzen sich Mag. Werner Stadlmayr vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Innsbruck, Mag. Martin Puhr von der Univ.-Klinik für Urologie der Medizinischen Universität Innsbruck und die freie Wissenschaftlerin Dr. Ilka Prowotke durch. Sie werden am 4. April im Technischen Museum in Wien am Finale der besten zehn Kandidatinnen und Kandidaten aus Österreich teilnehmen.

 

Drei Finalisten aus Innsbruck

Werner Stadlmayr, der sich mit Oberflächenanalysen beschäftigt, beschrieb in seiner Präsentation die Technologie des Wasserstoffmotors. Methanol – hier vertreten durch Jägermeister – muss bevor es den Tank erreicht – hier den Kaffeebecher – mit Hilfe eines Katalysators in Wasserstoff umgewandelt werden. Das geeignete Material für einen solchen Katalysator sucht Stadlmayr mit Hilfe von Oberflächenanalysen. Der Mediziner Martin Puhr präsentierte ein, wie er selbst sagte „für die Männer sensibles Thema“: das Prostatakarzinom. Er verwendete nicht nur Äpfel und Mandarinen als Veranschaulichungsmaterial, um die verschiedenen Krankheitsstadien der Prostata darzustellen, sondern ließ das anwesende Publikum auch an der Reise durch den eigenen Körper teilhaben. Eine weitere interessante Präsentation bot Ilka Prowotke zum Thema Mikroarray-Technologien in der Krebsforschung. Um zu veranschaulichen, wie exakt die Arbeit im biomedizinischen Labor betrieben wird, ordnete sie magnetische Objekte in einem Eierhalter an.

 

Dem Publikum die eigene Arbeit näher bringen

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern machte der Wettbewerb sichtlich Spaß. Nachdem sie die anfängliche Nervosität abgelegt hatten, entfalteten sie mit Spontaneität und Kreativität ein buntes Feuerwerk von Präsentationen. „Wissenschaft ist für mich, wenn man am Morgen aufsteht und das Gefühl hat, etwas für die Allgemeinheit, die Gesellschaft erreichen zu wollen. FameLab stellt eine gute Möglichkeit dar, einem Publikum eine relativ unbekannte Materie näher zu bringen“, so einer der Kandidaten. Vor dem Finale in Wien werden die zehn Finalisten in einem Trainingslager von Experten aus Großbritannien und Österreich auf ihre Präsentationen vorbereitet.

 

FameLab ist ein internationaler Wettbewerb für Wissenschaftler, der 2005 im Rahmen des Cheltenham Science Festivals entwickelt wurde. Seit 2007 findet der Bewerb auf Initiative des British Council zeitgleich in Griechenland, Kroatien, Serbien, Aserbaidschan, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Israel und Großbritannien statt. Forscherinnen und Forscher zwischen 21 und 35 Jahren haben die Möglichkeit, sich und ihr Forschungsprojekt vor einer Jury zu präsentieren. Die Kriterien, nach denen bewertet wird, sind: Content, Clarity und Charisma, also ob das Thema wissenschaftlich korrekt, leicht verständlich und mitreißend präsentiert wird.

 

(cf)

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