Physik: Innsbrucker Aushängeschild evaluiert

Einer ausführlichen Evaluation unterzogen sich vergangene Woche die Physikalischen Institute der Universität Innsbruck. Die internationale Begutachtung fand im Rahmen der universitätsinternen Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Forschung statt. In den letzten Jahren evaluierte das Vizerektorat für Forschung bereits knapp ein Viertel aller Institute und Arbeitsbereiche.
Mit Daniel Kleppner (Harvard) und Boris Altshuler (Princeton) waren internationale Koryphäen nach Innsbruck gekommen, um die Leistungen der hiesigen Physik zu begutachten.
Bild: Mit Daniel Kleppner (Harvard) und Boris Altshuler (Princeton) waren internationale Koryphäen nach Innsbruck gekommen, um die Leistungen der hiesigen Physik zu begutachten.

Die österreichischen Universitäten wurden vom Gesetzgeber verpflichtet, Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu setzen. Unter Federführung von Vizerektor Prof. Tilmann Märk geschieht dies an der Universität Innsbruck im Bereich der Forschung im Rahmen eines mehrstufigen Evaluierungsverfahren. „Dieser Prozess soll auch eine Möglichkeit zur Selbstreflexion für die Forschungsgruppen sein“, sagte Vizerektor Märk zu Beginn der Vorortbesichtigung am Freitag. Urteil und Empfehlungen der internationalen Gutachter bilden die Grundlage für Zielvereinbarungen zwischen dem Rektorat und der jeweiligen Forschungseinheit. Dabei werden Stärken und Schwächen analysiert und darauf aufbauend Impulse und Maßnahmen abgestimmt. „Diese Evaluierung ist besonders auch deshalb von Bedeutung, weil wir derzeit den Entwicklungsplan der Universität für die kommenden fünf Jahre vorbereiten“, betonte Märk.

 

Hochkarätige Gutachter

„Noch nie sind so viele Leute zu einem Hearing gekommen“, freute sich Vizerektor Märk am Freitag. „Hier macht die Innsbrucker Physik bereits am Beginn des Hearings einen starken Eindruck.“ Erstmals im universitären Evaluierungsprozess präsentierten sich nicht einzelne Institute, sondern jene drei Forschungsschwerpunkte, die der Innsbrucker Physik in den letzten Jahren internationales Ansehen verschafft haben: das Zentrum für Quantenphysik und die beiden Schwerpunkte   Astro- und Teilchenphysik und Ionen- und Plasmaphysik. „Dies zeigt, dass dieser universitäre Schwerpunktsbereich Neu bereits über eine sehr gut funktionierende Forschungsstruktur verfügt“, betonte Vizerektor Märk. Das hochkarätig besetzte Gutachtergremium bestand aus Boris Altshuler, Professor an der Princeton University, Hugo Hämmerle, Professor in Tübingen, Thomas Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, Daniel Kleppner, emeritierter MIT-Professor, Jens Niemeyer, Astronomie-Professor in Würzburg und Ludger Wöste, Professor an der FU Berlin. Grundlage für deren Arbeit war ein von den Forschungsbereichen erstellter Leistungsbericht. Neben den Präsentationen der jeweiligen Sprecherinnen und Sprecher und den Posterpräsentationen konnten sich die Gutachter bei Instituts- und Laborführungen und in Gesprächen mit den Arbeitsgruppenleitern ausführlich über die Forschungstätigkeiten informieren. Abschließend besprachen sich die Gutachter mit dem Vizerektor für Forschung.

 

Laufender Prozess

Den Zeitpunkt der Evaluation der einzelnen Forschungsbereiche legte das Rektorat in einem Fünfjahresplan fest. Bereits abgeschlossen wurden zum Beispiel die Begutachtungen der Institute für Botanik, Zoologie und Mikrobiologie, Informatik, Pharmazie, Anglistik und Amerikanistik. Im vergangenen Jahr wurde neben der Physik mit der Evaluierung der Chemischen Institute, der Mathematik, der Sportwissenschaften, der Psychologie und weiterer Institute der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät begonnen. Noch in diesem Jahr wird mit den Fakultäten für Architektur, Bauingenieurwissenschaften und Betriebswirtschaft fortgesetzt.

(cf)