Große Auszeichnung für Nachwuchsforscher

Diese Woche wird der Physiker Dr. Peter Rabl die Ergebnisse seiner an der Universität Innsbruck abgeschlossenen Doktorarbeit vor einem hochkarätigen Publikum in den USA präsentieren. Er ist einer der vier Finalisten des „Outstanding Doctoral Thesis Awards“ der Division of Atomic, Molecular, and Optical Physics (DAMOP) der American Physical Society.
Peter Rabl wird diese Woche die Ergebnisse seiner an der Universität Innsbruck abgeschlossenen Doktorarbeit vor einem hochkarätigen Publikum in den USA präsentieren.
Bild: Peter Rabl wird diese Woche die Ergebnisse seiner an der Universität Innsbruck abgeschlossenen Doktorarbeit vor einem hochkarätigen Publikum in den USA präsentieren.

Eine außerordentliche Ehre wird dem Theoretischen Physiker Peter Rabl in dieser Woche zuteil: Nach einem strengen Auswahlverfahren wurde er für die Präsentation seiner Doktorarbeit zur 39. Jahrestagung der Division of Atomic, Molecular, and Optical Physics (DAMOP) der American Physical Society (APS) an die Pennsylvania State University eingeladen. Nur vier Nachwuchswissenschaftler dürfen sich dort dem Wettbewerb um die Auszeichnung für die beste Dissertation aus dem Bereich der Atom-, Molekül- und Optischen Physik stellen. Rabls drei Mitbewerber kommen alle von renommierten Forschungseinrichtungen aus den USA: Lilian Childress von der Harvard University, Gretchen Campbell vom Joint Institute for Laboratory Astrophysics (JILA) und David Moehring von der University of Michigan. Peter Rabl arbeitet seit seinem Abschluss in Innsbruck am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Auf die Gewinnerin oder den Gewinner warten 2.500 Dollar Preisgeld. „Allein die Finalteilnahme ist eine ganz große Auszeichnung“, freut sich Rabl's Doktorvater Prof. Peter Zoller. „Dass ein Doktorand aus Innsbruck zum Finale dieses Wettbewerbs eingeladen wird, ist ein großartiger Erfolg.“

 

Auf dem Weg zum Quantencomputer

Peter Rabl präsentiert auf der Tagung Arbeiten aus seiner Dissertation, die er in den Jahren 2003 bis 2006 an der Universität Innsbruck und am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) in Innsbruck durchgeführt hat. Dabei beschäftigte er sich mit neuen theoretischen Ansätzen für den Austausch von Quanteninformation zwischen Atomen oder Molekülen auf der einen und supraleitenden Nanostrukturen auf der anderen Seite. Der kohärente Austausch von Quanteninformation ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung eines so genannten Hybrid-Quantencomputer. In einem solchen Rechner werden Aufgaben wie Rechnen und Speichern in verschiedenen Systemen umgesetzt. Zum Beispiel eignen sich supraleitende Nanostrukturen als schnelle Prozessoren, während Atome natürliche langlebige Quantenspeicher darstellen und Photonen hervorragend für die Übertragung von Quanteninformation über lange Distanzen verwendet werden können. In seinen theoretischen Arbeiten analysierte Peter Rabl die Wechselwirkung von geladenen Atomen (Ionen) und polaren Molekülen mit supraleitenden Strukturen. Er konnte zeigen, dass ein Transfer von Quanteninformation zwischen diesen Systemen unter gewissen Bedingungen durchaus möglich ist. Diese Erkenntnisse dienen vorerst als wichtiger Wegweiser für erste Experimente auf diesem Gebiet und bereiten möglicherweise den Weg zur Realisierung und Verbesserung von Quantencomputern.

 

An der Harvard University tätig

Peter Rabl wurde 1978 geboren und kommt aus Bad Häring/Tirol. Er studierte an der Universität Innsbruck Physik und schloss 2006 sein Doktoratsstudium ab. Seither forscht er als Postdoc am Institute for Theoretical Atomic, Molecular and Optical Physics (ITAMP) am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und am Physik-Department der Harvard University. „Für insgesamt drei Jahre kann ich hier relativ unabhängig meine eigenen Forschungsarbeiten durchführen und gleichzeitig von der hohen Konzentration an Experten in meinem Forschungsgebiet profitieren“, sagt Peter Rabl, der weiterhin die Kombination von quantenoptischen und kohärenten Festkörpersystemen sowie die Physik von kalten polaren Molekülen erforscht.

Text: Christian Flatz