Den kleinsten Dingen auf der Spur

Die internationale Elite der Trenntechnik-Wissenschaft traf sich vergangenen Montag und Dienstag im Rahmen des 8. Symposiums zur Verleihung der Csaba-Horváth-Medaille in Innsbruck.
v.l.: Günther Bonn, Nelu Grinberg, Pier Giorgio Righetti, Barry L. Karger und András Guttman
Bild: v.l.: Günther Bonn, Nelu Grinberg, Pier Giorgio Righetti, Barry L. Karger und András Guttman

Die Trenntechnik bildet eine wesentliche Grundlage für die aktuellen biomedizinischen Wissenschaftsfelder im Bereich der funktionalen Genomik, der Proteomik und Metabolomik, da mit ihren Methoden kleinste Stoffe identifiziert und extrahiert werden können.

 

Die Veranstaltung fand heuer bereits zum achten Mal mit dem Ziel statt, führenden WissenschaftlerInnen im Bereich der Trenntechnik und Vertretern der entsprechenden Unternehmen einmal im Jahr die Gelegenheit zu bieten, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu diskutieren und neue Modelle zu entwickeln. Das Symposium, das jährlich wechselnd in den USA und in Europa durchgeführt wird, wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Connecticut Separation Science Center in Hartford (USA) und dem Leiter des Horváth-Labors am Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck, Prof. András Guttman, organisiert.

 

Ein wesentlicher Bestandteil des Symposiums ist die jährliche Verleihung der Csaba-Horvárth-Medaille an hervorragende Wissenschaftler im Bereich der Trenntechnik-Wissenschaft. Im heurigen Jahr sind das Prof. Barry L. Karger aus Boston und Prof. Pier Giorgio Righetti aus Mailand.

 

Grundlage für die moderne biomedizinische Forschung

Sehr genaue und sehr schnelle Methoden der Trenntechnik sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Bereich der Life Sciences und insbesondere in der Bioanalytik. Diese Techniken ermöglichen es den WissenschaftlerInnen, sowohl in der Grundlagen- als auch in der angewandten Forschung, selbst extrem komplexe Stoffe sehr exakt zu analysieren. So sind Geräte, die auf den aktuellsten Erkenntnissen der Trennwissenschaft aufbauen, heute ein wesentlicher Bestandteil bei der Entwicklung neuer Medikamente. Der allgemeine Trend heißt hier: Wie kann man immer kleinere Mengen eines bestimmten Stoffes in immer kürzerer Zeit exakt analysieren. Derzeit liegt der Wert bei einem Gewicht von weniger als einem Hunderttausendstel Gramm in weniger als einer Minute. Dabei werden meist Quartzkapillaren mit einem Durchmesser von ungefähr 0,025 Millimeter oder Microchips mit noch schmäleren Kanälen verwendet. Ziel der Trenntechnik ist es, bestimmte Stoffe, beispielsweise Eiweiße, Bakterien oder Viren, aus einer Mischung verschiedener Substanzen exakt zu identifizieren und „herauszufischen“.

 

Enge Verbindung zur Universität Innsbruck

Diese Veranstaltungsreihe wurde im Jahr 2000 vom inzwischen verstorbenen Prof. Csaba Horvárth ins Leben gerufen. Horvárth war Professor an der renommierten Yale Universität und gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der Trenntechnik-Wissenschaft. Von Fachleuten wird er in einem Atemzug mit Piere und Marie Curie, Watson und Crick oder Ernest Rutherford genannt, allesamt WissenschaftlerInnen, die die Entwicklung der Chemie im letzten 100 Jahren ganz wesentlich beeinflusst haben. Horvárth hatte sehr enge wissenschaftliche Beziehungen zu Österreich und insbesondere zu seinem früheren Kollegen an der Yale Universität, Prof. Günther Bonn vom Institut für Analytische Chemie und Radiochemie an der Universität Innsbruck. Für seine wissenschaftlichen Verdienste erhielt Prof. Csaba Horvarth 2002 das Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft der Republik Österreich.

Text: Uwe Steger

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