Innsbrucker Wirtschaftsinformatik gewinnt EU-Projekt-Ausschreibung

In Zusammenarbeit mit einem internationalen Projektkonsortium ist es Prof. Ronald Maier, Bereich Wirtschaftsinformatik an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Uni Innsbruck, gelungen, sich mit dem Projekt MATURE gegen 100 konkurrierende Projekteinreichungen durchzusetzen. Das über vier Jahre laufende und mit insgesamt 9,1 Millionen Euro geförderte EU-Projekt begann am 01. 04.
Symbolbild [Foto: istockphoto.com]
Bild: Symbolbild [Foto: istockphoto.com]

MATURE ist ein Integrierendes Projekt (IP) der Europäischen Kommission, das die Entwicklung neuer Formen kontinuierlichen lebensbegleitenden Lernens im Beruf fördert. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des 7. EU-Rahmenprogramms.

 

„Die Wirtschaftsinformatik in Innsbruck wird im Rahmen des Projektes mit führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Bereichen Wissensmanagement, informelles und organisationales Lernen, Geschäftsprozessmanagement und semantische Technologien zusammen forschen, was zu einer erhöhten Sichtbarkeit des Forschungsstandortes Tirol beitragen wird “, freut sich Ronald Maier. Er lädt auch Tiroler Unternehmen dazu ein, als assoziierte Partner im MATURE-Netzwerk aktiv teilzunehmen und von den Ergebnissen der Forschung aus erster Hand zu profitieren.

 

„Diese substantielle Verstärkung meines wissenschaftlichen Teams ist vor allem auch in Hinblick auf den zum Wintersemester 2008/09 erstmals an der Universität Innsbruck eingeführten Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik, der gemeinsam von der Fakultät für Betriebswirtschaft und der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik angeboten wird, ein großer Gewinn“, so Maier.

 

MATURE

MATURE verbindet Erkenntnisse aus E-Learning und dem Erfolg von community-getriebenen Web 2.0-Ansätzen. „Erfahrungen mit dem Web 2.0 haben gezeigt, dass bei den Mitgliedern von Interessensgemeinschaften im Web eine beachtliche Motivation besteht, sich in kollaborative Lernprozesse einzubringen“, erklärt Ronald Maier. Die an MATURE beteiligten Forscherinnen und Forscher ergänzen nun die im kollaborativen Prozess entstehende Dynamik der Wissensproduktion durch eine neue Form von organisationaler Führung. Bei dieser Organisation betrachtet MATURE die verschiedenen Lernprozesse als miteinander verwoben und aufeinander aufbauend, so dass sich ein Reifungsprozess ergibt, in dem das Wissen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kontinuierlich heranreifen kann. „Solches Wissen kann die Gestalt klassischer Dokumente oder Lerninhalte annehmen, kann aber auch kollaborativ erzeugtes Strukturwissen darstellen, das sich auf Abläufe (Aufgaben, Prozesse, Arbeitstechniken) oder semantische Strukturen (wie Ontologien oder Kompetenzmodelle) bezieht“, so der Wirtschaftinformatiker.

 

Das Ziel von MATURE ist, diesen Reifungsprozess auf der Basis empirischer Studien besser zu verstehen und Softwarewerkzeuge und Dienste zu bauen, die helfen, Barrieren bei der Wissensgewinnung und beim Wissensaufbau zu überwinden.

Text: Ronald Maier/ Susanne Röck