Upgrade für "Liveware" zum Hochleistungsrechnen

Zwei neue Mitarbeiter unterstützen seit kurzem die wissenschaftlichen Anwender des Innsbrucker Hochleistungsrechners LEO. In Sachen Analytik und Administration des parallelen Computerclusters stehen nun Dr. Sabine Kreidl und Gerhard Niederwieser den Usern mit Rat und Tat zur Seite.
Neue Mitarbeiter für das wissenschaftliche Hochleistungsrechnen: Dr. Sabine Kreidl und Gerhard Niederwieser vor dem Computercluster "LEO-I" der Universität Innsbruck.
Bild: Neue Mitarbeiter für das wissenschaftliche Hochleistungsrechnen: Dr. Sabine Kreidl und Gerhard Niederwieser vor dem Computercluster "LEO-I" der Universität Innsbruck.

Das wissenschaftliche Rechnen und "High-Performance Computing" (HPC) haben in letzter Zeit an der Universität Innsbruck einen starken Aufschwung erfahren. Fast alle Bereiche quantitativer Forschung nutzen vermehrt die Möglichkeiten der Simulation, Visualisierung und Datenanalyse auf starken, meist parallelen Rechensystemen. Die wissenschaftlichen Aktivitäten auf diesem Gebiet werden dabei von der Forschungsplattform Informatik & Applied Computing (IAC) koordiniert. Die Plattform IAC widmet sich besonders dem weiteren Ausbau der e-Infrastruktur mit dem Ziel einer optimalen elektronischen Vernetzung von Wissenschaftlern und der gemeinsamen Nutzung von Rechenressourcen.

 

Der Kernbereich HPC im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Hochleistungsrechnen innerhalb der Plattform IAC hat in den letzten Jahren an Vielfalt gewonnen und wird nun vermehrt auch von nicht-traditionellen Anwendern genutzt, wie z.B. von der Wirtschaftstheorie. Zudem hat sich die Zahl der Nutzer aus der Naturwissenschaft und Technik wesentlich erhöht. Die vorhandenen HPC-Systeme sind im Schnitt stark ausgelastet, und für die Zukunft ist ein weiter steigender Bedarf zu erwarten. Die Einbindung in die bestehende Infrastruktur und die Wartung des Systems durch den Zentralen Informatikdienst (ZID) der Universität stellt dabei eine hohe Verfügbarkeit sicher. Ein zentraler Aspekt der Plattform IAC ist jedenfalls der weitere apparative, personelle und infrastrukturelle Ausbau des Bereichs Hochleistungsrechnen in Innsbruck, um maßgeblich zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Universität als Forschungsstandort beizutragen. Kürzlich wurde im Rahmen des Forschungs-Infrastrukturprogramms IV die Beschaffung eines modernen Nachfolgers (LEO-II) für den derzeitigen Innsbrucker HPC-Cluster genehmigt.

 

Mit zwei neuen Mitarbeitern in der Abteilung Client/Server Systeme des ZID, Dr. Sabine Kreidl und Gerhard Niederwieser, trägt die Universität dieser wachsenden Bedeutung des Hochleistungsrechnens im wissenschaftlichen Umfeld Rechnung. Die HPC-Analytikerin Dr. Sabine Kreidl studierte und promovierte in Theoretischer Physik an der Universität Innsbruck und beschäftigte sich selbst bereits im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit numerischen Simulationen zur Quantenmechanik. Sie arbeitete danach als Software-Entwicklerin und Projektleiterin im Multimediabereich für automotive Anwendungen, mit Schwerpunkt auf Inflight-Infotainment Systemen. Nun ist Frau Kreidl am ZID für die HPC-Analytik zuständig und bietet den Anwendern eine Anlaufstelle in Fragen der Portierung und Optimierung ihrer Programme für die bestehende und zukünftige HPC-Infrastruktur.

 

Herr Ing./Bakk.Techn. Gerhard Niederwieser ist vielen HPC-Nutzern bereits durch seine bisherigen Tätigkeiten am ZID in Sachen Beschaffung, Aufbau, Installation von Clustersystemen und Administration der HPC-Clustersysteme bekannt. Er stellt derzeit eine Diplomarbeit am Institut für Informatik auf dem Gebiet numerischer HPC-Verfahren fertig. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst die HPC-Systemadministration sowie die technische Beratung der Anwender.

 

Der Zentrale Informatikdienst der Universität Innsbruck stellt den HPC-Anwendern damit eine umfangreiche Palette von Rechnersystemen und Servicedienstleistungen zur Verfügung. Neben einem Opteron-Cluster mit 206 Rechenkernen (LEO-I) betreibt der ZID in Sachen wissenschaftliches Rechnen einen weiteren Compute-Cluster für Forschung und Lehre, zwei SGI Compute-Server O3800 und Altix 350 für Shared Memory Applikationen, und betreut zusammen mit den Instituten für Informatik und Astro- und Teilchenphysik den österreichweit vernetzten ZID-Grid Cluster.

 

Für den Leiter der Abteilung Client/Server Systeme des ZID, Dr. Michael Fink, ist die Aufstockung der personellen Ressourcen ein wichtiger Faktor, um einen reibungslosen Betrieb und optimale Nutzung der technisch anspruchsvollen HPC-Infrastruktur zu gewährleisten: „Als Betreiber einer umfassenden IT-Infrastruktur stellt der ZID seinen HPC-AnwenderInnen wesentliche Mehrleistungen zur Verfügung, zum Beispiel eine hochwertige Datensicherung, eine umfangreiche Softwareausstattung und das breit gestreute Know-How seiner MitarbeiterInnen. Nun können wir auch eine vollwertige Systembetreuung und eine qualifizierte technische Beratung für HPC anbieten.“

 

Prof. Sabine Schindler, die Leiterin der interfakultären Forschungsplattform IAC, sieht in den beiden neu geschaffenen Stellen nicht nur eine wesentliche Voraussetzung, um Wissenschaftler und Studenten in Fragen der Optimierung ihrer Programme besser beraten und unterstützen zu können. "Durch die stärkere technische Koordination können unsere interdisziplinären Forschungsgebiete noch besser zusammenwirken und die Nutzer voneinander lernen."

Text: Alexander Kendl/ bearbeitet von Susanne Röck